Aufgalopp zur Herkulesaufgabe

Die Corona-Pandemie beeinflusst die Fußballer des VfB Empor Glauchau auch in der kommenden Spielzeit. Zum Auftakt der Vorbereitung begrüßte der Landesliga-Aufsteiger fünf neue Spieler.

Glauchau.

Die neue Saison hat noch nicht begonnen, da wagt Lutz Wienhold schon eine Prognose für das Ende. "Bei dem Modus wird es sicher bis zum letzten Spiel um alles gehen", sagt der Trainer des VfB Empor Glauchau. Um alles bedeutet für die Glauchauer konkret den Klassenerhalt in der Fußball-Landesliga als Saisonziel. "Dafür brauchen wir eine gute Fitness. Generell muss dabei wie beim Aufstieg alles passen", so Wienhold, der mit seinem Team am vergangenen Donnerstag in die Vorbereitung startete.

Dass der Klassenerhalt zu einer Herkulesaufgabe wird, dafür sprechen allein die Zahlen. Wegen der Corona-Pandemie und dem dadurch bedingten Saisonabbruch setzte der Verband den Abstieg aus. Statt 16 laufen daher in der kommenden Spielzeit 22 Mannschaften in der Landesliga auf. Nach der Hinrunde wird die Liga zur Rückrunde geteilt. Die besten zehn Teams spielen untereinander eine Meister-, die restlichen zwölf Mannschaften eine Abstiegsrunde. Die Ergebnisse aus der Hinrunde werden mitgenommen. Um die Liga 2021/22 auf 18 Teilnehmer zu reduzieren, wird es acht Absteiger geben. "Bei der Anzahl der Teams war der Modus die naheliegendste Lösung. Ich hätte mir höchstens gewünscht, dass die Reduzierung über einen längeren Zeitraum stattfindet und erst mal nur sechs Mannschaften absteigen", so Wienhold.

Gegenüber seiner Debütsaison beim VfB Empor, die mit der direkten Rückkehr in die Landesliga endete, muss Wienhold auf fünf Spieler verzichten. Während Marcel Labrenz und Benjamin Aurich zur zweiten Mannschaft wechseln, verlassen die Stützen Pierre le Beau (TSV Ifa Chemnitz), Maximilian Hennig (SV Waldenburg) und Nick Reumann (SV Lok Glauchau-Niederlungwitz) den Verein. Florian Vogel, der zunächst als Abgang vermeldet wurde, entschied sich mittlerweile doch für einen Verbleib.

Neu im Kader der ersten Mannschaft sind Adrian Saalfeld und Nick Kaufmann aus dem eigenen Nachwuchs. Aus der Landesklasse-West wechseln der 22-jährige Abwehrspieler Tom Marven Lang (ESV Lok Zwickau) und Michael Schwenke (TSV Germania Chemnitz) nach Glauchau. Die Offensivkraft kennt Wienhold noch aus der gemeinsamen Zeit in Chemnitz: "Michael ist vorne flexibel einsetzbar und kann den Abgang von Maximilian kompensieren."

Für die Position von le Beau ist - neben Lang - Felix Paul vorgesehen. Der 27-jährige Innenverteidiger absolvierte beim Chemnitzer FC II, dem VfB Auerbach und Chemie Leipzig 48 Ober- und 90 Regionalligaspiele. Nach einer berufsbedingten Spielpause heuerte er Anfang des Jahres beim SV Adorf an, ehe es ihn nun nach Glauchau zog. Zudem zählt Wienhold die in der Winterpause vom VfL Hohenstein-Ernstthal verpflichteten Dominik Reissig, Colin Ullmann und Eric Fischer als Quasi-Neuzugänge. "Ich habe das Gefühl, dass wir durch die Verpflichtungen in der Breite besser aufgestellt sind", so der Trainer.

Los geht es für den VfB Empor in der Landesliga am 5. September in Markkleeberg. Am 20. September empfangen die Glauchauer zum ersten Heimspiel die SG Dresden Striesen. Zuvor ist der VfB Empor in der Qualifikationsrunde des Sachsenpokals am 22./23. August beim nordsächsischen Kreismeister SC Hartenfels Torgau gefordert. Bei einem Sieg wartet eine Woche später der Sieger der Partie Tus Pegau (Kreismeister Leipziger Land/Muldental) gegen SV Eiche Reichenbrand (Kreismeister Chemnitz).

Ein Problem sind die frühen Ansetzungen für Wienhold nicht. Stattdessen könnte der scharfe Start im Pokal für die Vorbereitung auf die Punktspiele sogar besser sein als Testspiele. Denn trotz der schweren Aufgabe haben sich die Glauchauer einiges vorgenommen, wie Wienhold erklärt: "Wir sind aufgestiegen - jetzt wollen wir auch in der Landesliga bleiben."

Coronavirus: Unser Angebot zur Lage in Sachsen, Deutschland und der Welt

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.