Aufstieg in die Westsachsenliga: Ein Verein will und einer zögert

Nach einigen vergeblichen Anläufen nehmen die Fußballer aus Wilkau-Haßlau die Herausforderung in der höchsten Spielklasse des Kreises an. In Hohenstein-Ernstthal steht die Entscheidung noch aus.

Wilkau-Haßlau/Hohenstein-Ernstthal.

Der SV Muldental Wilkau-Haßlau geht in der nächsten Saison zum ersten Mal in der Westsachsenliga auf Torejagd. Das hat Sven Neef, der Fußball-Abteilungsleiter des Vereins, bestätigt. Demnach haben die Wilkau-Haßlauer beim Fußball-Kreisverband Zwickau schriftlich erklärt, dass sie als Sieger der Kreisliga-Staffel 1 ihr Aufstiegsrecht wahrnehmen wollen. "Bei uns waren sich alle einig, diese Chance zu nutzen. Da gab es keine andere Meinung", sagt Sven Neef.

Für ihn ist das auch kein Wunder. Zum einen hat der SV Muldental, der früher eine feste Größe in der damaligen Bezirksliga oder -klasse war, in den vergangenen Jahren schon mehrfach Anlauf für den Sprung nach oben genommen. Zum anderen spricht die Tatsache, dass die Mannschaft inklusive Kreispokalwettbewerb bis zum Saisonabbruch im März ohne Niederlage geblieben ist, für sich. "Im Gegensatz zu den Vorjahren haben die Jungs diesmal sehr konstant ihr Ding durchgezogen", so Sven Neef.

Dafür sieht der Abteilungsleiter einige Gründe. So hat Wilkau-Haßlau viele gut ausgebildete junge Spieler in seinen Reihen. Außerdem spielt der Stamm des Teams seit vier, fünf Jahren zusammen. "Auch wenn es vielleicht abgedroschen klingt, aber es ist wirklich eine verschworene Truppe", sagt Sven Neef. An der Seitenlinie bilden der junge Trainer Marcus Weichert und Ex-Profi Udo Tautenhahn als Co-Trainer ein gutes Gespann. Trotzdem macht sich Sven Neef nichts vor. "In der neuen Saison kann es für uns erstmal nur darum gehen, die Klasse zu halten."

In der Staffel 2 der Kreisliga führte nach Abschluss der Hinrunde und somit auch zum Abbruch der Saison die zweite Mannschaft des VfL 05 Hohenstein-Ernstthal mit nur einer Niederlage und einem Remis in 13 Spielen die Tabelle an. Durch den Rückzug des Oberligateams in der Winterpause ist die Reserve zur ersten und einzigen Männermannschaft geworden. Ob sie ihr Aufstiegsrecht in die Westsachsenliga wahrnimmt, ist dennoch unklar. "Die Mannschaft soll es selbst entscheiden", sagt Vereinschef Heiko Fröhlich. Ein Teil des Teams spielt vor allem aus Spaß an der Sache, kann oder will aber nicht zu intensiv trainieren. Hinzu kommen Aspekte wie die Spieltermine oder die Möglichkeit, dass in der Kreisliga öfter gewechselt werden kann. "Es muss im Amateursport viel mehr aktivenorientiert gedacht und entschieden werden. Das wird in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen", sagt Fröhlich.

Deshalb hatte die zweite Mannschaft bereits in den vergangenen beiden Spielzeiten freiwillig auf den Aufstieg verzichtet. Laut Fröhlich könnte sich der VfL-Vorstand zwar durchaus für die Kreisoberliga erwärmen, doch Festlegungen ohne Beachtung der Spielermeinung soll es nicht geben. Genauso ist nicht geplant, dass Team grundlegend zu verändern oder zu verstärken. Momentan gäbe es ohnehin noch viele Fragezeichen. "Ich kann nur hoffen, die Verbände haben den Mut, jetzt einen Saisonstart am ersten Septemberwochenende zu planen", sagt er.

Der VfL muss bis zum 15. Juni beim Kreisverband erklären, wie er sich entscheidet. Steigt er auf, spielt die Westsachsenliga mit 15 Teams, wenn nicht, bleibt es bei 14, da nur der Staffelsieger aufsteigen darf.

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