Das Endspiel wird zur engen Kiste

Die Fußballer der SpVgg Reinsdorf-Vielau haben sich nach dem Titel in der Westsachliga am Samstag das Double geholt. Gegner Limbach-Oberfrohna war bedient - und das nicht nur vom Ergebnis.

Reinsdorf-Vielau.

Übung macht den Meister. Diesen Satz werden sie bei der SpVgg Reinsdorf-Vielau nach der Meisterschaft in der Westsachsenliga sicherlich unterschreiben. Den Schlüssel zum Erfolg im Pokalfinale fanden sie allerdings auch ohne Extra-Einheiten. Beim 2:1 (1:1)-Sieg am Samstag gegen Gastgeber FSV Limbach-Oberfrohna, der die Saison in der Westsachsenliga auf Platz 9 beendet hatte, resultierten beide SpVgg-Treffer aus Freistoßflanken aus dem Halbfeld.

"Freistöße haben wir vorher nicht einstudiert, aber es lief ja auch so alles gut zusammen", sagte Siegtorschütze Michael Domke. In einer zunächst chancenarmen zweiten Hälfte mit leichten Vorteilen für die Gäste verwerte der Reinsdorf-Vielauer in der 78. Minute eine Flanke von Danny Kilian. Nach seiner Einwechslung stand Domke zu diesem Zeitpunkt erst 17 Minuten auf dem Platz: "Nach dem Tor wusste ich aber, dass Limbach-Oberfrohna noch nicht geschlagen ist und noch mal alles reinwerfen wird."

Und das taten die Gastgeber auch. In der Nachspielzeit der Partie forderten sie zunächst Elfmeter. Kurz darauf lag der Ball sogar im Netz - doch der Schiedsrichter entschied auf Offensivfoul. "Die Elfmetersituation habe ich nicht richtig gesehen, aber das vor dem Tor war ein normaler Zweikampf, das muss man nicht pfeifen", sagte Ingo Heidel. Der 39-jährige wurde vor dem Anpfiff geehrt, da er die Marke von 500 Einsätzen im Limbach-Oberfrohnaer Trikot geknackt hat. "Im Moment ist aber definitiv eine große Enttäuschung da", sagte er nach Abpfiff.

Naturgemäß war die Stimmung von Gäste-Trainer Andre Göbel besser: "Ich denke, der Sieg war auch ein klein wenig verdient, weil wir in Nuancen besser waren." Nach einer guten Anfangsphase belohnte sich sein Team mit dem Kopfballtreffer zum 1:0 von Mirco Wemme (19.). Doch die Hausherren kämpften sich zurück und erzielten mit dem Pausenpfiff das 1:1 durch Patrick Herold. Zuvor verletzte sich FSV-Spieler Danilo Ocana Garcia, der mit Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch ausgewechselt wurde. Auch die Herausnahme von Tom Spichtinger (61.) sei verletzungsbedingt gewesen, sagte FSV-Spielertrainer Tim Strathe, der ebenso wie David Schmidt von der ersten Mannschaft der Gastgeber verabschiedet wurde.

Etwas enttäuscht waren beide Teams vom Zuschauerzuspruch. 212 zahlende Gäste fanden den Weg ins Waldstadion. "Vergangenes Jahr zum Finale in Meerane sind über 1000 Zuschauer da gewesen", so Göbel, der mit seinem Team im Vorjahr 7:8 nach Elfmeterschießen gegen den Meeraner SV verloren hatte. "Eigentlich sind die Endspiele immer Pfingsten", sagte FSV-Präsident Marcel Körner. Der Termin sei vom Verband vorgegeben worden und hatte nichts mit dem 110-jährigen Jubiläum der FSV-Männermannschaft zu tun. "Dieses Wochenende war sehr ungünstig", erklärt Körner. Neben der beginnenden Urlaubs- und Badesaison hätte es zeitgleich Vereinsfeste, ein Mountainbike-Rennen und ein Testspiel des FSV Zwickau in der Nähe gegeben.

Statistik Tore: 0:1 Wemme (19.), 1:1 Herold (45.), 1:2 Domke (78.); Schiedsrichter: Schulz (Oberlungwitz); Zuschauer: 212

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