Der neue Mann bei Lok heißt Neumann

Beim größten Zwickauer Sportverein hat es einen Wechsel an der Spitze der erfolgreichsten Abteilung gegeben. Damit verbunden ist die Hoffnung auf einen Neuanfang im Nachwuchs.

Zwickau.

Reiner Künzel und Henry Neumann hatten sich etliche Jahre aus den Augen verloren. Künzel, der vor wenigen Tagen seinen 76. Geburtstag feierte, betreute einst den jungen Radrennfahrer Neumann (heute 61) als Trainer. Der Radsport war es auch, der beide im Vorjahr wieder zusammenführte. Dabei hatte sich Henry Neumann, der nach seiner aktiven Laufbahn als Übungsleiter und Kampfrichter tätig war, beim ESV Lok Zwickau eigentlich nur wieder angemeldet, um als Übungsleiter eine neue kleine Trainingsgruppe aufzubauen.

Inzwischen steht Henry Neumann sogar an der Spitze der Radsportabteilung des ESV Lok. Bereits im August 2020 löste er Reiner Künzel in dieser Funktion ab. "Für mich war es an der Zeit, die Führung in neue Hände zu geben", sagt der alte Abteilungsleiter. Reiner Künzels Amtszeit war in den vergangenen beiden Jahren von großen internationalen Erfolgen bei den Junioren durch Nicolas Heinrich, Laurin Drescher und Pierre-Pascal Keup geprägt worden. Neben diesen drei Fahrern hat inzwischen mit Lennart Lein noch ein vierter aus dem Wolfgang-Lötzsch-Nachwuchsteam des ESV Lok den Sprung in ein Continental Team geschafft. "Das war unser großes Ziel und lässt auf weitere Erfolge im Männerbereich hoffen", sagt Reiner Künzel.

Er will sich künftig als stellvertretender Abteilungsleiter weiter mit einbringen, um eine neue Generation von Zwickauer Nachwuchsrennfahrern aufzubauen. Das ist auch das Ziel von Henry Neumann. "Es hat in den vergangenen Jahren einige Umbrüche gegeben", erklärt er. Deshalb sei zunächst vor allem einmal wieder Basisarbeit in den ganz jungen Jahrgängen nötig. "Wir haben mit der Bahn im Westsachsenstadion und dem dortigen Radsportzentrum gute Voraussetzungen und können dem ein oder anderen sogar erst einmal ein Rad für den Anfang zur Verfügung stellen", sagt der neue Abteilungsleiter.

Er strebt nach der coronabedingten Zwangspause wieder drei Trainingseinheiten pro Woche an und kann sich dabei auf die bewährten Mitstreiter verlassen. Als Trainer steht neben Mario Spitzer mit Wolfgang Lötzsch ein ausgemachter Fachmann, der selbst in der DDR und nach der Wiedervereinigung erfolgreich fuhr, den Zwickauern weiter zur Seite. Gemeinsam mit Teamleiter Roy Drescher und dem unermüdlichen technischen Leiter Günter Schwabe hatte er großen Anteil an den jüngsten großen internationalen Erfolgen der Lok-Fahrer.

Für Henry Neumann, der im ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Zwickau gelernt hatte und inzwischen seit vielen Jahren eine eigene Firma für Rollläden und Jalousien betreibt, ist eines klar: Von heute auf morgen wird der Verein nicht gleich an WM- und EM-Medaillen anknüpfen können. Doch das ist auch nicht der Hauptantrieb. Vielmehr sagt er: "Es ist für mich eine schöne Aufgabe, Jungen und Mädchen im Radsport eine interessante Freizeitgestaltung zu bieten. Der stelle ich mich gern."

Deshalb mussten Reiner Künzel und der Lok-Vereinschef Roland Stangenberg ihn auch gar nicht lange bitten, künftig die Abteilung anzuführen. Die Radsportler sind seit 70 Jahren beim ESV Lok organisiert. Viele Jahrzehnte wurde die Sektion erfolgreich von Karl Rainer Keller geführt, danach einige Jahre von Peter Geyer. Im Jahr 2013 übernahm Reiner Künzel den Vorsitz.

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