Drama in Schlusssekunden

Gegen Trier hatte es mit dem Tor in letzter Sekunde noch geklappt. Die Partie am Samstag gipfelte erneut in einem solchen Kulminationspunkt. Das Glück war den Zwickauerinnen diesmal aber nicht hold.

Zwickau.

Die letzte Szene des heiß umkämpften Zweitliga-Spiels gegen Aufsteiger HSG Kleenheim werden die Handballerinnen des BSV Sachsen nicht so schnell aus den Köpfen bekommen. Dafür sorgt garantiert ihr Trainer, der sofort nach Spielende zu einer ernsten Manöverkritik ansetzte. Was war passiert?

Beim Stand von 25:25 bekam Zwickau drei Sekunden vor Ultimo in halbrechter Position einen Freiwurf zugesprochen. Die Gäste formierten eine Mauer, während Laura Majer sich im Rücken der Abwehr davonschlich und in etwas Abstand frei vorm Tor postierte. Sandra Szary, der drei Wochen zuvor gegen Trier in letzter Sekunde der Ausgleich gelungen war, konnte nicht werfen, da sie eine Zeitstrafe absaß. Jenny Choinowski schnappte sich das Leder, übersah jedoch das verzweifelte Gestikulieren von Andy Palm. Statt ihre in der Mitte unbewacht lauernde Teamkollegin Majer anzuspielen, versuchte die BSV-Kapitänin, die Mauer zu überwinden - vergebens. Der Ball blieb im Block hängen. Das brachte den Trainer in Rage.

"Wir wussten, dass es ein schweres Spiel wird. Kleenheim ist der stärkste Aufsteiger", betont Andy Palm. "Wir haben viele einfache Fehler gemacht. Hinten heraus haben wir uns aber wieder gut herangekämpft." Der BSV lief fast die gesamte Zeit einem Rückstand hinterher. Größtes Manko war der fahrlässige Umgang mit Chancen und die fehlende Passgenauigkeit. Hinzu kamen zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen. Mangelnden Einsatz kann man der Mannschaft nicht vorwerfen. Auch die Moral ist intakt. Doch die kräftezehrende Aufholjagd forderte ihren Tribut.

Die Sachsen rannten sich mehrfach im gegnerischen Defensivriegel fest, der sehr variabel operierte und mit hoher Laufbereitschaft geschickt verschob. Kleenheim agierte mit einfachen Mitteln, aber sehr effektiv. Mit einfallsreichen Spielzügen wurde die Zwickauer Abwehr ausgehebelt und Lücken in der BSV-Deckung eiskalt bestraft. "Wenn man mir vorher gesagt hätte, ein Punkt in Zwickau - das hätte ich mit Handkuss genommen", gestand SG-Trainer Lazar Cojocar. "Nach dem Spielverlauf, denke ich, hätten wir auch gewinnen können. Wir können stolz auf uns sein. Es war eine ganz couragierte Leistung."

Obwohl aus den jüngsten zwei Spielen bloß ein Punkt herausgesprungen ist, blieb Zwickau auf dem 5. Platz - dank des um einen Treffer besseren Torverhältnisses gegenüber Mainz 05. Es sind lediglich zwei Punkte Rückstand zum Tabellenzweiten Rosengarten-Buchholz. Bis auf den als einziges Team noch verlustpunktfreien Spitzenreiter HSG Bensheim-Auerbach ist in der Liga alles ganz eng beisammen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...