Ein Hauch Olympia im Stadion

Der Weltolympiatag am Samstag war Anlass für eine Talkrunde Zwickauer Nachwuchssportler mit ehemaligen erfolgreichen Olympioniken. Heraus kam ein für beide Seiten interessanter Abend.

Zwickau.

Unter dem Motto "Nachwuchssportler treffen Olympiateilnehmer" hat die Stadtgruppe Zwickau der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG) jetzt zum zweiten Mal Sportler und Funktionäre zu einer lockeren Talkrunde eingeladen. Anlass war der Weltolympiatag. Ging es bei der Premiere um Fußball und Rodeln, so standen diesmal Frauenhandball und Rollstuhlbasketball beziehungsweise die Paralympics im Mittelpunkt.

Mit großem Beifall wurden die 210-fache Handball-Nationalspielerin Kerstin Mühlner (geb. Knüpfer) und Ute Sesselmann (geb. Ebert/vier Länderspiele) im VIP-Bereich des Stadions Zwickau begrüßt. Kerstin Mühlner durchlief bis zum 17. Lebensjahr die Nachwuchsschmiede in Zwickau und wurde dann zum Stützpunkt nach Leipzig delegiert, wo sie sich zur erfolgreichen Nationalspielerin entwickelte. Mit dem deutschen Nationalteam erreichte sie bei den Olympischen Sommerspielen 1992 in Barcelona Platz 4, holte WM Bronze 1990 und wurde Vize-Europameister 1994. Nach ihrer Laufbahn bemühte sich die gebürtige Ebersbrunnerin um die Ausbildung junger Nachwuchshandballer in Leipzig.

Neben den vielen Erfolgen und Erlebnissen, über die die jetzige Agenturleiterin einer Versicherung ausführlich und in charmanter Art und Weise berichten konnte, fand sie vor allem lobende Worte über den Nachwuchshandball, der aktuell in Zwickau betrieben wird. Ute Sesselmann, selbst Trainerin der erfolgreichen C-Jugend-Handballerinnen des BSV Sachsen Zwickau, die erst kürzlich den Sachsenmeistertitel errangen, freute sich über die herzlichen Ausführungen. Auch wenn die vier anwesenden Nachwuchs-Spielerinnen des BSV Sachsen die beiden Nationalspielerinnen nicht live als Spielerin in Aktion erlebt hatten, so nahmen sie doch viele gute Hinweise und Tipps für ihre weitere Karriere mit.

Als weiterer erfolgreicher Olympiateilnehmer nahm Rostislav Pohlmann in der Runde Platz. Dem bekannten tschechischen Sportler mit deutschen Wurzeln, gelang es, bei sage und schreibe fünf Teilnahmen an Paralympischen Spielen sieben Medaillen zu gewinnen. Sein größter Erfolg war Gold im Diskuswurf mit Weltrekord bei den Paralympics 2004 in Athen. Bekannt ist der heute 54-jährige Ausnahmeathlet, der seit einem Unfall an den Rollstuhl gebunden ist, vor allem als erfolgreicher Rollstuhlbasketballer bei den BSC Rollers Zwickau.

Nunmehr über 18 Jahre hinweg ist Zwickau zur zweiten Heimat geworden. Mit seinen Rollis fuhr er mehrere deutsche Meistertitel ein. Von Rollers-Präsident Jürgen Wicka und seiner langjährigen Trainerin Manuela Krause wurde er als echte Institution bezeichnet. Auch wenn ihm der bevorstehende Abschied aus Zwickau alles andere als leicht fällt, so hat er an die drei anwesenden jungen Rollstuhlbasketballer den Appell gerichtet, stets nach vorn zu schauen und den Lebensmut nicht zu verlieren.

Der Vorsitzende der DOG-Stadtgruppe Zwickau, Werner Beuschel, zog zum Abschluss der Veranstaltung ein positives Resümee und stellte die nächste Veranstaltung dieser Art für 2021 in Aussicht. Der langjährige Vorsitzende wurde durch den Bundesvorstand der Deutschen Olympischen Gesellschaft mit der Goldenen "30" geehrt. Gabriele Lehmann und Uwe Zierold, beide ebenfalls Vorstandsmitglieder, erhielten die Ehrenplakette der DOG in Bronze.

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