Ein Routinier sagt Adieu

Vor dem letzten Spieltag in der Regionalliga stehen die Zeichen beim SV Motor Meerane hoffentlich nur personell auf Abschied. Alexander Hammer wird dem Team künftig als Persönlichkeit fehlen. Dem Hockey kehrt er aber nicht komplett den Rücken.

Meerane.

Ein großer Lautsprecher auf dem Platz ist Alexander Hammer nicht gewesen. Auch vor seinem letzten Spiel in der ersten Herrenmannschaft des SV Motor Meerane am Sonntag gegen den Osternienburger HC schlägt der 39-Jährige Hockeyspieler eher ruhige Töne an. "Ganz so dramatisch ist es mit dem Abschied ja nicht, da ich den Schläger nicht zu 100 Prozent weglegen werde", sagt Hammer. Im Senioren-Hockey wolle er weiterhin aktiv bleiben. Darüber hinaus ist er seit 2013 auch als Schiedsrichter tätig. Der Rückzug aus der ersten Reihe ist ihm dennoch schwer gefallen: "Der Anspruch an einen selbst ist ein höherer, den man irgendwann nicht mehr leisten kann." Dass sich die junge Garde um seinen Nachfolger Jona Martens gut entwickelt, freut den Verteidiger. "Da kann ich ruhigen Gewissens aufhören", sagt der Meeraner.

Trainer Steffen Jahn nimmt daher nicht nur die sportliche Lücke in den Blick, die Hammer hinterlassen wird: "Vor allem menschlich wird er uns fehlen." Als erfahrener Spieler hat Hammer dem Team immer zur Seite gestanden. Der SV Motor war sein Verein, nie lief er für ein anderes Team auf. Auch Inhalte aus seiner Schiedsrichterausbildung ließ er dabei einfließen. Im Umgang mit den Unparteiischen ist er seitdem nachsichtiger geworden. "Die Sichtweise ändert sich dadurch schlagartig", sagt Hammer. In seiner Jugend sei er noch diskussionsfreudiger gewesen. "Mittlerweile versuche ich den Jungs beizubringen, dass sie sich die Luft lieber zum Rennen sparen sollen - das bringt mehr."

Dass er einmal Führungsspieler in der ersten Mannschaft des SV Motor werden würde, hatte sich Hammer zunächst nicht vorstellen können. Angefangen mit dem Hockeysport hatte er Ende der Achtzigerjahre in der zweiten Klasse. Die Grundlagen lernte er noch unter dem Meeraner Urgestein Walter Kosch. Der Sprung in die erste Mannschaft sollte ihm nicht sofort gelingen. Bis 2000 spielte er beim zweiten Team, ehe er eine berufsbedingte Pause bis 2008 einlegte. Als er zurückkam, gab es keine zweite Mannschaft mehr. "Für die Alten Herren war ich aber noch zu jung", sagt Hammer mit einem Lachen. Also hielt er sich im Training beim ersten Team fit. "Zu spielen war eigentlich nicht mein Ziel, aber leistungsmäßig hat es dann ja doch ganz gut gepasst", sagt Hammer, der mittlerweile als Servicetechniker für Medizinprodukte arbeitet.

Als emotionalen Höhepunkt beim SV Motor bezeichnet der Routinier den Aufstieg in die 2.Liga in der Hallensaison 2014/15, den er als Betreuer miterlebte. "Ansonsten waren als Spieler die Aufstiege in die Regionalliga sehr schön", so der Meeraner. Dort gilt es in dieser Saison auch zu bleiben. Mit 14 Punkten steht Motor auf Platz 6, dahinter folgen die Berliner Teams TC Blau-Weiß II (14 Punkte) und als Tabellenletzter auf dem einzigen Abstiegsrang Zehlendorf mit 13 Zählern. Auf Schützenhilfe wollen sie sich in Meerane aber nicht verlassen. "Gerade in Berlin kann immer jeder jeden schlagen", so Hammer. Daher soll am Sonntag ein Sieg im Heimspiel gegen den Osternienburger HC (5. Platz/14 Punkte) her. Die Aufgabe wird nicht leicht, aber Trainer Steffen Jahn habe die Osternienburger gut analysiert, sagt Hammer. "Unsere Stärke ist, dass wir auch kämpferisch immer dagegen halten. Wenn uns das gelingt, haben wir nicht die schlechtesten Chancen, die Punkte einzufahren."

Regionalliga So., 13 Uhr: SV Motor Meerane - Osternienburger HC (Walter-Kosch-Platz)

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