Eine Halbzeit wie aus dem Bilderbuch

Die Zwickauer Zweitliga-Handballerinnen haben im zweiten Heimspiel erneut gewonnen. Beim 28:23 gegen Kirchhof war auch dank Rebeka Ertl schon zur Pause alles geklärt.

Zwickau.

Der Erfolg des BSV Sachsen Zwickau hatte auch beim dritten Punktspielsieg in Folge viele Namen: Neun Spielerinnen trugen sich am Donnerstag beim 28:23-Erfolg im Nachholspiel gegen die SG 09 Kirchhof in die Torschützenliste ein. Trotzdem war es kein Wunder, dass Rebeka Ertl nach ihren vier Treffern besonders strahlte. Denn nachdem die 24-jährige Ungarin im ersten Heimspiel gegen den HC Leipzig (27:20) noch leer ausgegangen war, legte sie diesmal einen Blitzstart hin und brachte ihr Team mit zwei Kontertoren in den ersten drei Minuten 2:0 in Führung.

"Ich freue mich über meine Tore. Aber glücklich macht mich vor allem, dass wir als Mannschaft gerade in der ersten Halbzeit so gut funktioniert haben", sagte die Linkshänderin. In der Tat läuteten ihre beiden Treffer die bislang stärkste Halbzeit der Zwickauerinnen in dieser Saison ein. Die Abwehr ließ bis zur Pause ganze fünf Gegentore aus dem Spiel heraus zu. Und auf der anderen Seite begeisterten die BSV-Mädels mit toller Trefferquote. So rieben sich die 570 Zuschauer die Augen: Eine 15:7-Pausenführung leuchtete schon lange nicht mehr von der Anzeigetafel.

"Wir haben konzentriert auf das Spiel hingearbeitet und dann auch von Beginn an gezeigt, wer wir sind", sagte Rebeka Ertl, die sich mit guten Leistungen in Zwickau nicht zuletzt für ihre Nationalmannschaft empfehlen will. In der ist die erst 18-jährige Klara Schlegel schon angekommen. Die Österreicherin sorgte mit ihren drei Toren zu Beginn der zweiten Halbzeit dafür, dass bei Kirchhof keine Hoffnung aufkam, doch noch etwas Zählbares mitzunehmen. Insgesamt war nach der Pause bei den Zwickauerinnen, die sicher auch das Pokalspiel am Samstag im Hinterkopf hatten, etwas die Luft raus. Die Trefferquote litt nicht zuletzt unter den guten Leistungen der Kirchhofer Torhüterin Paula Küllmer.

BSV-Trainer Norman Rentsch sprach nach dem Spiel auch von zwei unterschiedlichen Halbzeiten seiner Mannschaft. "Auf die erste Hälfte können wir sehr stolz sein. Da ist unser Plan voll aufgegangen. Wir haben in der Abwehr sehr gut im Verbund gearbeitet und damit die Basis für viele einfache Tore geschaffen", sagte er. Die schwächere zweite Halbzeit, die 16:13 an die Gäste ging, konnte er seinem Team aber gut verzeihen. "Wir müssen noch lernen, auch in solchen Situationen voll fokussiert zu bleiben." Der Trainer hatte erneut auf allen Positionen durchgewechselt und will die Breite des Kaders als neue Stärke des BSV weiter etablieren.


Erstligist am Samstag zu Gast

Mit dem DHB-Pokalspiel gegen die Neckarsulmer Sportunion steht den Handballerinnen des BSV Sachsen Zwickau am Samstag, 17 Uhr gleich das nächste Heimspiel bevor. Dabei sind die Rollen für das Zweitrundenspiel klar verteilt. Da die Gäste in der 1. Bundesliga spielen, in der sie aktuell auf Platz 10 stehen, sind sie beim Zweitligisten der klare Favorit. Der BSV freut sich auf die Herausforderung: "Mit einer richtig guten Leistung und einer tollen Kulisse können wir Neckarsulm sicher ärgern", sagt Trainer Norman Rentsch.

Ein besonderes Spiel wird es am Samstag für Simona Stojkovska, die im Sommer von Neckarsulm nach Zwickau gewechselt war. "Das war meine erste Station im Ausland, bei der ich wichtige Erfahrungen gesammelt habe. Ich freue mich auf das Wiedersehen, aber im Spiel wird es keine Freundschaften mehr geben", sagt die 25-jährige Mazedonierin. Auch sie glaubt an eine Außenseiterchance für den BSV. "Wir werden nicht schon vorher die weiße Flagge hissen", kündigte sie am Montag bei der Pressekonferenz an.

In der ersten Pokalrunde hatten sich die Zwickauerinnen Ende August 30:26 beim Zweitliga-Rivalen Spreefüchse Berlin durchgesetzt. Neckars-ulm nahm die erste Hürde mit einem klaren 35:25-Erfolg beim Zweitligisten SG H2Ku Herrenberg. Das ist insofern interessant, da der BSV vor zwei Wochen ebenfalls in Herrenberg angetreten war und sich 32:31 durchsetzen konnte. Auch wenn solche Quervergleiche hinken, zeigt das die Schwere der Aufgabe für Samstag.

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