ETC-Mädels spielen für Auswahlteam

Beim Eishockey-Nachwuchs in Crimmitschau sind Mädchen keine Ausnahme. Gegenüber den Jungs haben sie sogar einen großen Vorteil.

Crimmitschau.

Spätestens in zwei Jahren will der ETC Crimmitschau wieder eine Frauenmannschaft aufs Eis schicken. Aufgrund personeller Probleme hatte sich das Team 2018 aus dem Spielbetrieb zurückgezogen. "Wir vergessen die Mannschaft keinesfalls. Wir haben im Nachwuchs in jedem Jahrgang drei bis vier Mädels, die dann für das Team auflaufen können", sagt Torsten Heine. Auch wenn die Mannschaft erst noch neu formiert wird, bescheinigt der Sportliche Leiter des ETC ihr schon jetzt eine gute Qualität. "Die Mädchen haben Eishockey spielen ja von der Pike auf gelernt und sind auf jeden Fall konkurrenzfähig."

In Crimmitschau sind die Mädchen voll integriert in den Nachwuchsteams. Das zahlt sich aus: Bei zwei Länderspielen der U-16-Nationalmannschaft der Frauen im September in Selb gehörten gleich drei Crimmitschauerinnen zum deutschen Kader. Chanel Hofverberg, Leni Schmidt (beide U 15) sowie Anastasia Gruß (U 13) dürften auch gute Chancen haben, im Dezember zum Lehrgang mit Länderspiel in Füssen eingeladen zu werden. Mit Leonie Böttcher aus dem Nachwuchs des ECC Preussen Berlin war in Selb zudem eine Spielerin dabei, die in dieser Saison für die U 15 sowie U 17 des ETC spielt. Sie und Leni Schmidt waren Anfang Oktober zudem zu einem Lehrgang der U 18 in Füssen. Dass gleich vier Spielerinnen aus Crimmitschau auf dem Zettel der Nachwuchsbundestrainer stehen, zeigt laut Torsten Heine einen großen Vorteil der Mädchen gegenüber gleichaltrigen Jungen: "Es gibt in Deutschland ja wenig Mädchen im Eishockey. Und wenn du da gut bist, hast du natürlich viel größere Chancen auf die Nationalmannschaft."

Im Moment liegt der Fokus der vier wieder auf ihren Vereinsteams. Insgesamt zehn Mannschaften hat der ETC aktuell im Spielbetrieb, zum Teil in Kooperation mit den Vereinen aus Chemnitz, Schönheide und Leipzig. "In der U 20 zum Beispiel hätten wir alleine bei weitem nicht genug Spieler. Deshalb laufen unsere Jungs für Chemnitz auf", sagt Torsten Heine. Aktuell steht das Team in der Deutschen Nachwuchsliga (DNL) Division III Nord richtig gut da, ist nach zehn von 24 Spielen mit 29 Punkten Tabellenführer. Dabei sei das jetzt nur das Warmlaufen. "Wir wollen in die Division II aufsteigen. Die entscheidenden Spiele dafür sind im März. Wenn das gelingt, wird auch der Sprung aus dem Nachwuchs- in den Männerbereich wieder ein wenig kleiner", sagt Torsten Heine. Gut funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Crimmitschau und Chemnitz ebenfalls in der U 17, wo die beiden Vereine gleich mit zwei Teams vertreten sind. Unter dem Dach des ETC spielt die erste Mannschaft in der höchsten deutschen Spielklasse, der DNL Division I Nord. Die zweite Vertretung geht in der Division II an den Start. Auch in der U 9 bis U 15 schickt der ETC jeweils zwei Teams in den Spielbetrieb, hier zudem in Kooperationen mit Schönheide und Leipzig. "So gelingt es uns, eigentlich allen Kinder etwas anbieten zu können - egal, ob sie Leistungs- oder Breitensport betreiben wollen", erklärt der Sportliche Leiter.

Die Zusammenarbeit hat Heine seit seinem Amtsantritt 2014 ebenso forciert wie die Nachwuchswerbung. "Wir hatten damals nur noch rund 100 Sportler, das war viel zu wenig", erinnert er sich. Dass es heute dreimal so viele sind, liegt vor allem an der Aktion "Eislaufen lernen mit dem Eispirat". Erst vor kurzem hat Torsten Heine die Infoflyer dazu in allen Kindergärten der Region verteilt. Mindestens 60 bis 70 Mädchen und Jungen nehmen pro Jahr an der Aktion teil, mehr als die Hälfte bleibt am Ende beim ETC hängen. "Die Zeit ist vorbei, dass die Kinder von alleine kommen. Unsere Basis ist, dass die Eltern bei dem Kurs sehen, dass ihre Kinder hier gut aufgehoben sind", so Heine.

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