FSV Zwickau: Keine Experimente im Pokal

Der Fußball-Drittligist wird am Mittwochabend seine beste Elf ins Halb- finalspiel beim Regional- ligisten Bautzen schicken. Denn die Hoffnung auf den DFB-Pokal spielt mit.

Zwickau.

Ronny König bleibt nach seinem Doppelpack für den FSV Zwickau am Sonntag im Liga-Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden (2:1) erfolgshungrig. Das machte der Stürmer schon kurz nach dem im Abstiegskampf so wichtigen Überraschungserfolg mit seiner Ansage deutlich: "Wir wollen am Mittwoch in Bautzen ins Sachsenpokal-Finale einziehen und am Sonntag einen Dreier in Unterhaching landen", sagte der 35-Jährige. In dem Fall würde der FSV mit drei Siegen aus der englischen Woche herausgehen.

Das Pokal-Halbfinale, für das am heutigen Mittwoch, 19 Uhr der Anstoß ertönt, nimmt beim FSV Zwickau keiner auf die leichte Schulter. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich der Sachsenpokalsieg für den Verein durch den Einzug in die erste Runde des DFB-Pokals auch finanziell lohnen würde. Ronny König sagt: "Der Unterschied von der 3. Liga zur Regionalliga ist nicht so groß. Wir laufen in Bautzen als Favorit auf und müssen diese Situation annehmen, ohne von unserer Spielweise abzurücken. Wenn wir hinten stabil stehen, nach vorn über die Außen zum Flanken kommen, wird es für jeden Gegner schwer, uns zu verteidigen."

Das gute Flügelspiel war am vergangenen Samstag gegen Wiesbaden ein Erfolgsgarant der Zwickauer. Morris Schröter und Nils Miatke wirbelten unermüdlich auf den Außenbahnen und brachten gute Vorlagen in die Box. Zweimal führte das Zusammenspiel zwischen Miatke und König zum Erfolg. "Der Nils hat mir die Bälle so gut serviert, da musste ich die Dinger einfach reinmachen", strahlte König.

Miatke durchlief in den vergangenen Tagen ein Wellenbad der Gefühle. In Rostock musste sich der 29-jährige noch mit der Rolle des Einwechslers begnügen, gegen Wiesbaden meldete er sich eindrucksvoll zurück und wurde vom Sportmagazin "Kicker" zum Spieler des Tages in der 3. Liga gewählt und ebenso wie Toni Wachsmuth und Ronny König in die "Elf des Spiel- tages" aufgenommen. "So was registriert man gern, aber viel wichtiger waren die drei Punkte für die Mannschaft", zeigt Miatke Teamgeist. Er hat neben dem Klassenerhalt ein großes Ziel mit dem FSV: "Wir wollen in den DFB-Pokal und müssen in Bautzen alles tun, um uns dieses Erlebnis zu verschaffen."

Trainer Joe Enochs will in Bautzen keine großen Experimente eingehen und die bestmögliche Elf auf den Platz schicken. Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Morris Schröter, der sich in der ersten Halbzeit gegen Wiesbaden eine Blessur am Oberschenkel zuzog, aber bis zur 72. Minute durchhielt, ehe er von Christian Bickel abgelöst wurde. Auf den Sprung in die Startelf steht Mike Könnecke. Mindestens 500 Fans werden den FSV nach Ostsachsen begleiten. Das zweite Halbfinale bestreiten am 24. April der Chemnitzer FC und Lok Leipzig.


Alles Wichtige zum Gegner

Budissa Bautzen steht in der Regionalliga Nordost nach 28 Spielen mit 24 Punkten auf dem 16. Rang und damit einem Abstiegsplatz. Auffällig ist, dass die Mannschaft fünf ihrer sechs Pflichtspielsiege auf der heimischen Müllerwiese eingefahren hat. Zuletzt zog das Team aber sowohl gegen den Berliner AK als auch gegen Germania Halberstadt 0:1 den Kürzeren.

Der Trainerwechsel von Torsten Gütschow zu Petrick Sander Ende Februar hat bisher in Bautzen noch nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Die Mannschaft lieferte allerdings zuletzt einige gute Spiele ab, die jeweils mit nur einem Tor Unterschied verloren gingen. "Wir müssen an uns glauben und zuschlagen, wenn Zwickau Fehler macht", sagte Sander dem MDR.

Pokalspiel in Bautzen - da war doch mal was? Richtig: Im Oktober 2013 schied der damals noch als Regionalligist beim Oberliga-Spitzenreiter Bautzen angetretene FSV durch ein 2:4 nach Elfmeterschießen aus. Beim FSV trafen nur Brecht und Kellig, während Stiefel und Paul scheiterten. Nach 90 Minuten stand es 0:0. (tyg/tc)

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