Judoka will wieder angreifen

Mit Richard Eisel hat der JSV Werdau aktuell einen Deutschen Vizemeister in seinen Reihen. Nach überstandener Verletzung hat der 14-Jährige neue Ziele im Visier.

Werdau.

Endlich kann Richard Eisel wieder sein normales Trainingsprogramm "abspulen". Der Gips an der linken Hand ist ab, nachdem sich der 14-Jährige bei einem Sichtungslehrgang des Deutschen Judoverbandes (DJV) den Mittelfinger gebrochen hatte und gut vier Wochen pausieren musste. Auch deshalb war der Schüler aus dem Leipziger Sportgymnasium zuletzt beim Langenhessener Judo-Turnier um den "Pokal der Stadt Werdau" lediglich neben der Tatami im Einsatz. Dabei hätte sich Richard Eisel auf der eigenen Matte als frisch gebackener Deutscher U-18-Vizemeister präsentieren können und unter Umständen seinem Verein beim Gewinn des Pokals helfen können. "Ich hätte schon gern mitgemacht, aber das Turnier gibt es bestimmt auch im nächsten Jahr wieder", sagte der Junge, der trotz seines Schulwechsels in die Messestadt nach eigener Aussage bewusst beim JSV Werdau geblieben ist.

Obwohl der 14-Jährige in Leipzig in der Woche mindestens neunmal trainiert, nennt er ohne zu zögern den Werdauer Erich Preuschoff als seinen Trainer. "Ein Vereinswechsel war und ist für mich kein Thema", sagte er selbstbewusst. Erich Preuschoff ist natürlich stolz auf den Erfolg von Richard Eisel, der sich in der Gewichtsklasse bis 50 Kilogramm über die mitteldeutschen Meisterschaften in Schönebeck für das deutsche Championat qualifizierte. "Für mich war es die erste Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft", sagte Richard Eisel. In Herne ging er als jüngster Teilnehmer seiner Altersklasse in einem 20-köpfigen Feld an den Start und kämpfte sich in der Vorrunde souverän bis ins Halbfinale. Dort traf er auf den Berliner Michael Löb, den er in der vollen sechsminütigen Kampfzeit bezwang. Im Finale wartete Karl Bschlangaul von der TSG Backnang, der den Werdauer erst in der Verlängerung bezwingen konnte. "Ich habe mich dennoch über den zweiten Platz gefreut", sagte der 14-Jährige. Er begann vor fünfeinhalb Jahren beim JSV Werdau mit dem Judo. "Ein Freund hatte mich damals mit zum Training genommen und mir hat diese Sportart sofort gefallen", erinnert sich Eisel, der eigentlich in Trünzig zu Hause ist. Vor zwei Jahren wechselte er an das Leipziger Sportgymnasium. Unter der Woche wohnt er im Internat, sein Training läuft unter dem Dach des sächsischen Judo-Landesverbandes. "Mein nächstes Ziel ist die Teilnahme an den Europameisterschaften, für die ich bei drei großen Qualifikationswettkämpfen bestehen muss", betont Richard Eisel, der 2018 auf die internationale Bühne will.

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