Kapitän bleibt das Bindeglied

Die Profis des Eishockey-Zweitligisten aus Crimmitschau kehren in den nächsten Tagen in ihre Heimat zurück. Adrian Grygiel steht mit den Kollegen weiter in Kontakt - aus gutem Grund.

Crimmitschau.

Die innere Anspannung fällt nur langsam ab. "Man braucht einige Tage, um alles zu verarbeiten", sagt Adrian Grygiel, Kapitän des Eishockey-Zweitligisten Eispiraten Crimmitschau, zum vorzeitigen Ende der Saison aufgrund der Folgen des Coronavirus. Die Entscheidung zur Einstellung des Spielbetriebes wurde am späten Dienstagnachmittag verkündet. Bis zum Dienstagmittag bereiteten sich Grygiel und Co. auf die bevorstehende Play-down-Serie gegen die Tigers Bayreuth vor - mit Taktiktraining auf dem Eis und Videoanalyse in der Kabine. "Wir haben die Entwicklung rund um das Coronavirus verfolgt, allerdings nicht mit dem vorzeitigen Ende der Saison gerechnet. Die Konzentration war bei uns extrem hoch", sagt der Deutsch-Pole, der seit fast zwei Jahrzehnten im Profigeschäft ist und die aktuelle Saison aufgrund eines Novums in Erinnerung behalten wird: "Normalerweise geht es im Eishockey nach einem Play-off- oder einem Play-down-Spiel, bei dem man sich von den Zuschauern verabschiedet, in die Sommerpause. Das ist diesmal ein komisches Gefühl."

Die Eispiraten-Profis waren am Donnerstag zum letzten Mal vor der (vorzeitigen) Sommerpause gemeinsam unterwegs. Sie mussten ihre Ausrüstungsgegenstände zurückgeben, trafen sich noch zu einem gemeinsamen Abendessen. "Die meisten Akteure wollen so schnell wie möglich nach Hause zu ihren Familien", berichtete Adrian Grygiel - unter anderem mit Blick auf die sechs Mitspieler, die an den nächsten Tagen nach Nordamerika fliegen werden. Der Deutsch-Pole, der seit Januar 2019 das Eispiraten-Trikot trägt, wird am Wochenende nach Krefeld fahren. Dort wohnen seine Frau, die in einer Zahnarztpraxis arbeitet, und die beiden Kinder.

Obwohl sich die Puckjäger nun in alle Himmelsrichtungen verteilen, werden sie weiter im Austausch stehen - über eine interne Whatsapp-Gruppe. Schließlich gibt es mit Blick auf die finanziellen Entschädigungen noch einige Dinge zu klären. Die Verträge der Profis verfügen über unterschiedliche Laufzeiten: Sie gehen bis zum letzten Spiel der Saison oder bis zum 30. April 2020. "Wir müssen abwarten, ob wir Kurzarbeitergeld bekommen", sagt Grygiel, der sich damit weiter seiner Verantwortung als Kapitän stellt. Der 36-Jährige sagt: "Ich sehe mich als Bindeglied zwischen den Spielern und den Verantwortlichen. Die Jungs wissen, dass sie sich an mich wenden können."

Auch in der nächsten Saison? Bei der Frage zuckt Adrian Grygiel mit den Schultern. Der Rechtsschütze, der in der aktuellen Serie in 52 Punktspielen auf 18 Tore und 18 Vorlagen kam, will seine Karriere fortsetzen. "Das ist geplant, wobei hinsichtlich des Vereins aktuell alles offen ist", sagt Grygiel, der auch für Gespräche mit den Eispiraten-Verantwortlichen offen ist. Sie hatten in der Vergangenheit nur kommuniziert, dass Verteidiger André Schietzold sowie die Stürmer Patrick Pohl, Dominic Walsh und Vincent Schlenker bis Frühjahr 2021 vertraglich gebunden sind. Von weiteren Akteuren soll es Unterschriften geben. Gesellschafter Ronny Bauer sagt: "Wir waren bei den Personalplanungen nicht untätig."


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