Kapitän: "Jungs ziehen super mit"

Die Fans wollen attraktiven Fußball, aber ihr Team vor allem gewinnen sehen. Im Abstiegskampf zählt kein Schönheitspreis.

Zwickau.

David Wagner nahm es ganz locker. "Wir sind es gewohnt, mit Unwägbarkeiten umzugehen", kommentierte der Sportvorstand die lange Verzögerung beim Beginn der Mitgliederversammlung des FSV Zwickau am Sonntag im Klubhaus Sachsenring. Um Beschlussfähigkeit zu erreichen, mussten auf die Schnelle noch 15 stimmberechtigte Mitglieder herantelefoniert werden. Während der Pause gaben Sportvorstand, Trainer und Kapitän auf der Bühne eine kurze Einschätzung der aktuellen Situation und beantworteten Fragen aus dem Saal.

"Wir haben uns alle gefreut, hier dabei zu sein - mit dem guten Gefühl von gestern", eröffnete Torsten Ziegner mit Verweis auf den 1:0-Sieg seiner Mannschaft am Tag zuvor im Kellerduell mit Mainz 05 II. "Das war Überlebenskampf pur", gestand der Cheftrainer. Die Erfordernis, alles daran zu setzen, die nötigen Punkte zu holen, und der Wunsch nach attraktivem Fußball seien in dieser Situation eben nicht immer miteinander zu verbinden. Auf der Facebookseite des FSV, wo intensiv über Aufstellung und Einwechslungen diskutiert wurde, brachte es Susann Braune auf den Punkt: "Schön gespielt haben wir in der Hinrunde, jetzt zählen Punkte. Weiter so!"

Torsten Ziegner appellierte an die Fans, möglichst viele Freunde und Bekannte zu begeistern, ins Stadion zu kommen und die Mannschaft zu unterstützen. "Wir brauchen jeden einzelnen." Zwar liegt der Verein im Zuschauerschnitt knapp unter den kalkulierten 5000, ist mit den Besuchereinnahmen aber dennoch im Soll, weil die Zwickauer Anhänger laut Vorstandssprecher Tobias Leege beim Ticketkauf anders als erwartet eher die teureren Plätze wählen.

Willkommens-Beifall gab es im Klubhaus für die Neuzugänge Robert Koch und Jonas Acquistapace, zu denen sich gestern noch der Slowake Martin Juhár von Termalica Nieciecza - derzeit Vierter der polnischen Ekstraklasa - gesellte.

"Unsere Mannschaft leistet super Arbeit", lobte Kapitän Toni Wachsmuth. Er verwies auf die komplizierten Trainingsbedingungen während der Vorbereitung, als man gezwungenermaßen zwischen Schnee, Kalthalle und Kraftraum pendeln musste. "Im Westsachsenstadion hat's gehapert", bemängelte David Wagner. "Doch es wäre verkehrt, die Stadt pauschal zu verurteilen." Rainer Kallweit, Geschäftsführer der Stadionsbetriebsgesellschaft (SBZ), gab zu bedenken, dass ohne die gemeinsamen Anstrengungen von Tiefbauamt, Garten- und Friedhofsamt, SBZ, Verein und Fans das Spiel am Sonnabend gar nicht hätte stattfinden können. Er ist froh, dass im Stadion die Ecken noch nicht geschlossen sind - dort konnte man den weggeschippten Schnee abladen.

Toni Wachsmuth mag nicht klagen. "Jeder nimmt die Situation an, die Jungs ziehen super mit. Dem großen Ziel Klassenerhalt wird alles untergeordnet", betont der Kapitän. "Leidenschaft und Engagement sind die Basis für die nächsten Aufgaben." In Magdeburg, daheim gegen Bremen II und bei Wehen Wiesbaden gilt es nachzulegen. "Lasst uns gemeinsam weiter Vollgas geben!" fordert David Wagner. Damit das Ziel, das sich Torsten Ziegner mit seiner Mannschaft stellt, in Erfüllung geht: nach dem 38. Spieltag in der Tabelle überm Strich zu stehen.

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