Motocrosser geben wieder Gas

Nach der corona-bedingten Sperrung der Strecken sind die Fahrer aus der Region heiß auf ihre Runden. Rennen sind noch keine in Sicht - doch ein bisschen Hoffnung bleibt.

Meerane/Culitzsch.

Die Freude war erwartungsgemäß groß. "Die meisten Fahrer sind dieses Jahr nicht ein einziges Mal auf der Strecke gewesen", sagt Renate Rödiger. Für den MC Meerane koordiniert sie das Training auf der Strecke im alten Tettauer Steinbruch. Seit Freitag können die Motocrosser dort wieder ihre Runden drehen - aber nur mit Voranmeldung. Dies ist Teil des Hygienekonzepts, um nach den Beschränkungen durch die Coronakrise öffnen zu dürfen. Maximal 20 Fahrer werden zugelassen, um die Mindestabstände einzuhalten. "Das hat alles gut geklappt", so Rödiger.

Seit Anfang Mai ist auch die Strecke des MC Culitzsch freigegeben. "Wir hätten gerne schon eher geöffnet. Entsprechende Konzepte haben wir den Behörden vorgelegt, aber es wurde nicht erlaubt", sagt der Vereinsvorsitzende Andreas Neubauer. Der für Ende April geplante Lauf zur Sachsenmeisterschaft wurde abgesagt. Zwei weitere Höhepunkte auf heimischer Strecke befinden sich derzeit noch in der Schwebe. Zunächst stehen für den 5. und 6. September die Cross-Finals auf dem Programm, bei denen die besten Fahrer aller Landesmeisterschaften aufeinandertreffen. "Und 14 Tage später sollte die EM, der Classic-Motocross der Nationen, stattfinden", sagt Neubauer. Bei den derzeitigen Beschränkungen ist dies jedoch nur schwer vorstellbar. "Mittlerweile gibt es ja fast minütlich Änderungen. Ich hoffe, dass sich alles schneller auflöst, als gedacht", sagt Neubauer.

Beim MSC Thurm sind für Anfang Oktober in der Arena "An der Lindenallee" Läufe zur Landes- und zur Deutschen Meisterschaft terminiert. Falls Rennen bis dahin stattfinden dürfen, wird es wohl nicht um Titel gehen. Bei einem Start ab September würden in der Landesmeisterschaft vier Termine übrig bleiben. Um Titel auszufahren sei dies zu wenig. Daher soll die Sachsenmeisterschaft ausgesetzt werden. Für die nationale Serie erwartet der MSC-Vorsitzende Jörg Fiedler eine ähnliche Entscheidung: "Die Vereine können die Rennen ohne Meisterschaftscharakter durchführen." Aufgrund der Pause würden sich die Fahrer dennoch auf Wettkämpfe freuen.

So zum Beispiel auch auf die Rennen zum Sächsischen Offroad-Cup und zum Motorrad-Biathlon, die der MC Oberwiera für den 5. und 6. September geplant hatte. "Die Fahrer sitzen schon auf glühenden Kohlen", sagt der MC-Vorsitzende Kevin Olbrich. Vorstandsmitglied Reno Leitholdt ist zuversichtlich, dass der MC die Veranstaltungen durchführen darf. Voraussetzung sei allerdings, dass in der Sandgrube Oberwiera auch Zuschauer zugelassen werden, ergänzt Olbrich. "Für kleinere Vereine lohnt es sich sonst wirtschaftlich nicht", so Olbrich.

Ohne eigenes Rennen bleibt in diesem Jahr das Hard-Enduro-Team Reinsdorf. Der für den 30. Mai angesetzte Lauf zum sächsischen Offroad-Cup in der Kiesgrube Gablenz bei Crimmitschau wurde abgesagt. Ein Nachholtermin für 2020 ist nicht geplant. "Wir haben überlegt, ob wir später ein kleineres Rennen ausrichten. Aber zu unserem zehnjährigen Bestehen wollten wir etwas Besonderes bieten", sagt Vereinschef Toni Pampel. Die Ansprüche sind hoch, immerhin "wurden wir schon mehrfach zur besten Strecke des Cups gewählt", so Pampel. Zudem rechnet er damit, dass viele Wettbewerbe angesetzt werden, sobald Veranstaltungen wieder stattfinden dürfen: "Da wollen wir uns nicht gegenseitig Zuschauer wegnehmen."


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