Radsportler schwört auf Schneeschuhe

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Für Stephan Künzel gibt es keine Ausreden: Der 71-jährige Zwickauer zieht trotz Pandemie und Kälte sein Training für die Senioren-WM durch. Hier erzählt er, was ihm zuletzt besonders Freude machte.

Zwickau.

Mit Schneeschuhen statt Langlaufskiern hat sich in den vergangenen Tagen der Zwickauer Radsportler Stephan Künzel fit gehalten. "Normalerweise wäre ich bei dem herrlichen Winterwetter zum Grundlagentraining regelmäßig in den Loipen im Vogtland unterwegs gewesen. Da das aber aktuell wegen Corona nicht geht, musste ich mir etwas anderes einfallen lassen. Ich kann schließlich nicht bis April mit dem Training warten, wenn ich im Herbst bei der Senioren-Weltmeisterschaft etwas reißen will", sagt der 71-Jährige.

So fielen ihm seine Schneeschuhe wieder ein, die er sich vor einigen Jahren nach einem Abriss der Patellasehne bestellt hatte. "Durch die große Auflagefläche bricht man nicht zu sehr im Schnee ein. Und mir hat das damals nach der Verletzung die Angst genommen, wieder wegzurutschen", erzählt Stephan Künzel. Nach mehreren bis zu zweistündigen Touren über die Felder rund um den Zwickauer Ortsteil Pöhlau ist er längst wieder auf den Geschmack gekommen und hat sich daher auch ein neues Modell zugelegt. "Schneeschuhwandern ist ein wunderbarer Ausgleich im Winter und ein sehr gutes Ganzkörpertraining. Es werden 90 Prozent der Muskulatur trainiert, sogar die Gesichtsmuskeln, weil die Bewegung an der frischen Luft bei dem Wetter einfach Laune macht und auch gut für die Seele ist", schwärmt er. Darüber hinaus ist er vom großen Trainingseffekt überzeugt. "Das ist eine richtig anstrengende Geschichte."

An die neugierigen Blicke von Spaziergängern hat er sich gewöhnt. "Ich werde immer mal wieder gefragt, was ich da an den Füßen habe, weil die Schneeschuhe doch eher in den Mittel- und Hochgebirgen üblich sind", sagt Stephan Künzel. Die Passanten würden vermutlich noch mehr staunen, wenn sie wüssten, dass die Touren im Schnee für den 71-Jährigen oft nur die erste von zwei Trainingseinheiten am Tag sind. Der drahtige Rentner bestätigt: "Am Nachmittag geht es noch aufs Spinning Rad. Ich bin da sehr diszipliniert. Und ich hoffe, dass dieses Jahr wieder mehr Wettkämpfe stattfinden als 2020. Ich mag einfach das Kribbeln vorm Start."

Das war auch schon 1970 so, als der gebürtige Mülsener in Erfurt für den SC Karl-Marx-Stadt DDR-Vizemeister im 1500-Meter-Lauf wurde und später unter anderem bei drei Länderkämpfen an den Start ging. Auch wenn er früh seine Laufbahn beendete, spielte der Sport immer eine große Rolle. Bis heute ist das so und die Motivation groß. "Bei der Senioren-WM Ende August gibt es für die ersten 20 im Massenstart-Rennen und für die ersten Sechs im Bergsprint einen Pokal. Mein Ziel ist es, diesmal einen Pokal mit heimzubringen", erklärt er.

Im vergangenen Jahr waren die Weltmeisterschaft und viele andere Rennen ausgefallen. Lediglich beim Radrennen anlässlich des Drei-Talsperren-Marathons im Erzgebirge konnte sich Stephan Künzel mit den anderen Alterssportlern messen. Für die 30 selektiven Kilometer auf dem Mountainbike brauchte der für die Bike Profis startende Zwickauer nur etwas mehr als 1:24 Stunden und wurde Zweiter seiner Altersklasse.

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