Rekord steht bei 247 Kilometern

Günter Thieme hat die "Freie-Presse-Umfrage nach den Sportlern des Monats August gewonnen. Der Glauchauer betreibt eine besondere Sportart.

Glauchau.

Marathonläufe sind für viele Leichtathleten das Größte. Günter Thieme gehört nicht dazu, er liebt es viel länger. Die 42,2 Kilometer sind für den Glauchauer mehr oder weniger Training. Er hat sich dem Ultralauf verschrieben. Das sind Strecken ab 45 Kilometer, nach oben gibt es keine Grenze.

Der Klassiker aller Ultra-Distanzen sind die 100 Kilometer. Die hat Thieme schon unzählige Male unter die Füße genommen, auch bei Meisterschaften. Der 51-Jährige startet bei Wettkämpfen für den ESV Lok Zwickau und ist mehrfacher sächsischer Meister der Altersklassen 45 und 50. Die 100Kilometer sind für Thieme zwar auch eine Herausforderung, den wahren Kick sucht er aber bei härteren Wettkämpfen, 24-Stunden-Läufe beispielsweise. 12 bis 15 Rennen bestreitet er pro Jahr, dafür ist Thieme im In- und Ausland unterwegs. So war er beim Transalpin-Run von Garmisch Partenkirchen nach Brixen in Südtirol am Start. Schon sein tägliches Trainingspensum von rund 20 Kilometern lässt manchen "Normalläufer" vor Ehrfurcht erstarren.

Als Kind war er von Marathon-Doppelolympiasieger Waldemar Cierpinski begeistert. Den hat er bei seinem ersten Wettkampf 2007 in Eilenburg persönlich kennengelernt. Das war auch das Jahr, in dem Thieme seine Liebe zu den langen Strecken entdeckte, denn erst mit 40 hat er sich an diese Distanzen herangewagt. Es begann mit 10 Kilometern, der Streckenrekord steht mittlerweile bei 247 Kilometern, gelaufen mit dem Team Deutschland beim Sportathlon von Athen nach Sparta. Dabei galt es, 3000 Höhenmeter zu überwinden "Das ist das härteste Rennen der Welt. Dafür muss man sich qualifizieren", sagt Thieme. Die Laufzeit von 36 Stunden lässt an der Einschätzung keine Zweifel aufkommen.

Seine Leidenschaft teilt Günter Thieme mit Ehefrau Sybille. Auch sie ist auf den langen Kanten unterwegs und hat in ihrer Altersklasse50 bei Wettkämpfen bereits auf dem Podest gestanden. Am kommenden Wochenende erfüllt Günter Thieme einen lang gehegten Wunsch seiner Frau zum 50. Geburtstag. Wer an einen großen Blumenstrauß oder Schmuck denkt, liegt falsch. Das Geschenk ist typisch für Thiemes: ein Start beim New-York-Marathon.

Die Reise unterstreicht zugleich. es ist nicht nur die sportliche Herausforderung, die das Ehepaar sucht. "Das Schöne und Interessante ist auch, dass man nette, aber auch extravagante Menschen aus der ganzen Welt kennenlernt. Außerdem sind die Wettkämpfe oft in reizvollen Landschaften", sagt Thieme.

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