Ringer aus gutem Holz geschnitzt

Nicht nur auf der Matte beweist der Leubnitzer Geschicklichkeit. Auch in seinem kreativen Hobby zeigt er großes Talent.

Leubnitz.

Wenn man dem zwölfjährigen Jonas Nürnberger auf der Straße begegnet, würde keiner glauben, dass er Ringer ist und in seiner Gewichtsklasse im vorletzten Jahr Mitteldeutscher Meister und Landesmeister von Sachsen war. Mit gerade einmal rund 30 Kilogramm, die er auf die Waage bringt, und einer Körpergröße von 1,34 Metern steckt in dem Jungen ein unheimliches Potenzial an Kraft, Ausdauer und vor allem auch Disziplin.

Hauptsächlich drückt er natürlich noch die Schulbank in der Leubnitzer Oberschule, wo er die 6. Klasse besucht. Sein Lieblingsfach, wie kann es anders sein, ist Sport. Aber auch für Geografie und Kunst zeigt er großes Interesse. Seine künstlerische Ader pflegt er seit drei Jahren, und das mit sichtlichem Erfolg. Regelmäßig besucht er donnerstags den Schnitzkurz im Freizeit & Kreativ Treff Werdau, der zum "Verein zur sinnvollen Freizeitgestaltung der Kinder & Jugendlichen" gehört. Unter der Anleitung von Peter Laube kann er seinen kreativen Fähigkeiten und seinem Geschick freien Lauf lassen. "Natürlich musste ich hier erst einmal die Grundbegriffe, die Handhabung mit dem Schnitzmesser und die Eigenschaften des Holzes kennen lernen", sagt Jonas. "In Peter Laube habe ich einen erfahrenen Lehrer, der mir mit Ruhe und Feingefühl die erforderlichen Techniken vermittelt." Zu seinen gefertigten Exponaten gehören ein Brieföffner, ein Reh, ein Hund und als bisher größtes Kunstwerk zwei Ringer. Die Stunden, die er an dem Ringerpaar gearbeitet hat, sind nicht zu zählen, aber es hat ihm Spaß gemacht. Das Motiv zeigt seinen ersten Trainer, Horst Hinze, mit einem Schützling in Kampfmontur. Dieses Kunstwerk überreichte er im vergangenen Jahr zur Weihnachtsfeier des AC 1897 Werdau seinem ehemaligen Trainer als Geschenk.

Zweimal in der Woche steht für anderthalb Stunden Training auf dem Plan. Gemeinsam mit seinem derzeitigem Trainer, Esmail Haghdoost, wird in jeder Übungseinheit, nach der obligatorischen Erwärmung, auf das Erlernen weiterer Grifftechniken sowie auf Ausdauer und das Krafttraining Wert gelegt. Als Ziel für dieses Jahr hat er sich vorgenommen, an die Erfolge des letzten Jahres anzuknüpfen, und das in einer Gewichtsklasse höher als im vergangenen Wettkampfjahr. Als eines der ersten Ziele stehen die Meisterschaften im Ringen an, die er wieder gewinnen möchte. Sein großes Vorbild hat Jonas in der eigenen Familie: Die 19-jährige Schwester Anne, die im Sommer an den Europameisterschaften der Junioren in Rom teilnahm und zum EM-Debüt mit dem 7. Platz ein respektables Ergebnis in ihrer stark besetzten Gewichtsklasse erkämpfte, ist ihm ein besonderer Ansporn. Demnächst startet sie bei der Junioren-WM in Trnava (Slowakei). "Ich weiß, wenn ich einmal solche Leistungen bringen möchte wie Anne, dann muss ich noch viele Jahre hart trainieren."

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