Rollers brauchen mal ein Erfolgserlebnis

Drei Niederlagen in Folge zum Saisonstart sind ein Novum in der Zwickauer Bundesliga-Geschichte. Die Mannschaft liegt auf einem Abstiegsplatz.

Mosel.

Das tat weh. Trainer Marco Förster blickte nachdenklich drein, und Vereinpräsident Jürgen Wicka machte nach dem 52:96 (11:24, 27:46, 41:73) des BSC Rollers gegen die BG Baskets Hamburg einen zerknirschten Eindruck. Es war die höchste Zwickauer Niederlage seit einem Jahr (42:91 bei den Thuringia Bulls am 31. Oktober 2015).

Unter dem Zuschauern in Mosel war auch Vanessa Erskine, die mit der USA-Nationalmannschaft in Rio Gold geholt hat. "Ich war neugierig, weil Zwickau beim Turnier in Elxleben gegen Hamburg gewonnen hatte. Es ging ja auch diesmal recht gut los", meinte die 22-Jährige. Karlis Gabranovs erzielte nach 49 Sekunden den ersten Korb im Spiel, und der lettische Neuzugang brachte Zwickau beim 4:2 (3.) noch einmal in Führung. Vytautas Skucas traf zum 6:6-Ausgleich (4.) und markierte den Anschlusstreffer zum 8:10 (7.).

Hamburg antwortete mit offensivem Pressing und provozierte damit reihenweise Ballverluste der Hausherren. Fünf Minuten BSC-Korbflaute reichten den Norddeutschen, um bis zur Halbzeit deutlich zu enteilen: eine Hamburger 11:0-Serie im ersten Viertel (7. bis 9. Minute) und ein 10:0-Lauf im zweiten Durchgang (13./14.) stellten die Weichen. Der Gastgeber hatte zudem Pech, dass bei mehreren Aktionen der Ball unglücklich versprang oder nach einer Umdrehung wieder vom Korbring herunterhüpfte. "In den ersten sieben Minuten haben wir ganz gut gespielt. Doch dann hat uns Hamburg mit der Pressverteidigung den Nerv gezogen", analysierte Marco Förster. "Es war zermürbend. Wir haben versucht, verschiedene Spieler miteinander zu kombinieren, um den Riegel irgendwie zu knacken. Aber wir haben kein Rezept gefunden."

Trotz des deprimierenden Zwischenstandes ergaben sich die Zwickauer nicht ihrem Schicksal. Doch solche Szenen wie in der 24. Minute, als Daniel Gehse einen wunderbaren Angriff über Gabranovs und Andy Ortmann clever abschloss, gab es leider zu selten. Einfache Pässe sind oft nicht angekommen, freie Würfe wurden vergeben. Auf der Gegenseite konnten die Hamburger insgesamt acht Drei-Punkte-Würfe versenken. Die Ex-Zwickauer Ghazian Choudhry (22), Kai Möller (12) und Matthias Heimbach (0) brachten es zusammen auf 34 Zähler.

Für Zwickau ist es der schlechtester Saisonstart seit der Zugehörigkeit zur 1. Bundesliga. Mit 0:6 Punkten liegt der BSC auf Rang 9 im Zehnerfeld, der am Saisonende den Abstieg bedeuten würde. Köln, Trier und Bonn (je 2:6) sind noch in Reichweite. Das nächste Punktspiel bestreiten die Rollers am 12. November in Trier, am 3. Dezember geht es nach Köln. Dort muss man endlich anfangen zu punkten, wenn die Klasse gehalten werden soll.

Ein Wiedersehen mit Hamburg könnte es am Sonntag in Hannover zur ersten Runde des DRS-Pokals geben. Vorausgesetzt, Zwickau gewinnt sein Gruppenspiel gegen die Paderborner Ahorn-Panther. "Die Jungs brauchen mal ein positives Erlebnis, um sich Selbstvertrauen zu holen", betont Marco Förster.

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