Ruhe im Grünwalder Stadion unheimlich

Bei einem bundesweiten Aktionstag wurde unter anderem die Abschaffung der Montagspiele in der 3. Liga gefordert.

München.

Der Vater von Nico Antonitsch glaubte im Grünwalder Stadion, im falschen Film zu sein. "Da kommt man nach München, freut sich auf die Atmosphäre bei 1860, und dann herrscht bis zur Pause eine absolute Ruhe. Es ist aber schon in Ordnung, dass die Vereine für ihre Interessen kämpfen", bemerkte Gerald Antonitsch. Auch für Sohn Nico war die Ruhe im "Löwenkäfig" eine völlig neue Erfahrung: "In Österreich geht es oft nicht laut zu, aber so etwas wie in München habe ich noch nicht erlebt. Dabei hatten wir uns alle auf die tolle Stimmung bei den Löwen gefreut. Als es lauter wurde, lagen wir leider schon mit zwei Toren hinten."

Der FSV machte leider nichts aus der ungewöhnlichen Situation. Im Wissen, in der ersten Halbzeit diese Ruhe im sonstigen Hexenkessel an der Grünwalder Straße vorzufinden, hätten die Zwickauer viel mutiger und selbstbewusster auftreten müssen. "Ich frage mich, warum wir so eine Leistung geboten haben. Nach guten ersten zehn Minuten haben wir unser Konzept verloren, haben zu hoch gestanden, viele Fehler produziert und zwei vermeidbare Gegentore kassiert. Mit dem 0:2 waren wir noch gut bedient", ärgerte sich Nico Antonitsch über den den desolaten Auftritt bis zur Pause.

Auch für die FSV-Fans war der Trip nach München eine völlig neue Erfahrung. Der mit 1500 Zuschauern bis auf den letzten Platz gefüllte Gästeblock schwieg eine Halbzeit eisern. "Das war schon ein komisches Gefühl. Da feiern wir unseren Saisonrekord im Gästeblock und konnten zunächst keine Stimmung machen. Als wir es dann durften, war das Spiel schon verloren", brachte der Neuplanitzer Mike Rudolph das Geschehen auf den Punkt. Rudolph zeigte aber Verständnis, dass die Drittligisten sich wehren, wenn der DFB keine annehmbaren Lösungen schaffen kann. "Eigentlich ist es ganz einfach. Man schafft die Regionalliga Bayern ab und ordnet die Spitzenvereine dieser Liga dem Südwesten zu und schon hat man vier Regionalligen und kann mit den Drittligisten einen vernünftigen Konsens finden. Die jetzigen Gedanken über die Neustrukturierung der Regionalligen richtet sich eindeutig gegen den Nordosten", so Rudolph.

Leider haben einige wenige unverbesserliche sogenannte FSV-Fans den Verein in Misskredit gebracht. Die "Freie Presse" berichtete bereits gestern über sieben vorübergehende Festnahmen durch die Münchner Polizei. Laut Lutz Teichmann, FSV-Vorstand für Sicherheit und Fanbelange, werden sich "die Verantwortlichen des Vereins mit den Vertretern aus dem Fanprojekt zusammensetzen und die Geschehnisse in München gründlich auswerten."

Auf dem Spielfeld konnte der FSV wenigstens in der zweiten Halbzeit zeigen, was die Mannschaft drauf hat, wenn auch ohne zählbaren Erfolg. "Da haben wir ganz gut gespielt, es fehlten nur noch die richtigen Abschlüsse. Das müssen wir nächsten Montag zu Hause gegen Großaspach besser machen und auch wieder mal in Führung gehen", hatte Torhüter Johannes Brinkies als bester Zwickauer den Blick schon nach vorn gerichtet.

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