"So ein Turnier ist ein echtes Bonbon"

ETC-Eishockeytrainer Boris Rousson über die aktuellen Weltmeisterschaften und deren Auswirkungen

Crimmitschau.

Die Eishockey-Fans schauen ab heute nach Köln und Paris. Dort finden die Weltmeisterschaften statt. Boris Rousson, der als Nachwuchstrainer beim ETC Crimmitschau arbeitet, wird das Turnier verfolgen - zum Teil vor dem TV-Gerät und zum Teil in der Eishalle. Holger Frenzel sprach mit dem Ex-Keeper über Erwartungen und Auswirkungen.

Freie Presse: Zum Auftakt kommt es zum Duell zwischen Deutschland und den USA. Wie geht die Partie aus, Herr Rousson?

Boris Rousson: Der Heimvorteil ist ein großes Plus für die deutsche Mannschaft. Ich denke, dass sich die Schützlinge von Bundestrainer Marco Sturm in einer starken Form befinden. Sie können damit gegen die USA auf jeden Fall mithalten. Selbst ein Sieg ist aus meiner Sicht nicht unmöglich.

Wer gewinnt den Titel?

Zum Kreis der Favoriten gehören die üblichen Verdächtigen: Kanada, USA, Finnland und Schweden. Eine Prognose fällt momentan schwer. Schließlich kann sich - je nach dem Ausgang der Play-offs in der NHL - die Qualität von einigen Teams noch erhöhen.

Wie verfolgen Sie das WM-Turnier?

Die Partien der deutschen Mannschaft schaue ich im Fernsehen an. Am 13. und 14. Mai bin ich zu einer Trainerfortbildung in Köln. Dann sehe ich die Spiele Deutschland gegen Italien und USA gegen Slowakei live.

Die großen Turniere bringen oft auch neue Trends hinsichtlich von Taktik und Regelauslegung. Was erwarten Sie in dieser Hinsicht?

Die besten Spieler aus vielen Nationen treffen im direkten Duell auf- einander. Da gibt es garantiert wieder einige neue Trends zu sehen. Als Trainer versucht man, einige Dinge für die eigene Arbeit zu kopieren. So ein WM-Turnier ist für jeden Coach ein echtes Bonbon.

Kann der Eishockey-Nachwuchs in Crimmitschau von einem erfolgreichen Auftritt der deutschen Mannschaft profitieren?

Wir haben zur WM, die 2010 stattfand, gesehen, was möglich ist. Damals hat der vierte Platz von Deutschland für Euphorie gesorgt. Aber: Es kommt nicht nur auf die Leistungen der Nationalmannschaft auf. In der Vergangenheit wurde - zum Teil nach guten Leistungen bei großen Turnieren - durch ein unnötiges Sommertheater mit finanziellen Problemen oder Streit um Auf- und Abstieg viel kaputt gemacht. Das bleibt uns diesmal hoffentlich erspart.

Boris Rousson (46) kümmert sich seit Mai des vergangenen Jahres um den Nachwuchs des ETC Crimmitschau. Er sprang in der jetzt beendeten Saison auch als Interimstrainer bei den Eispiraten-Profis in der DEL 2 ein. Der Deutsch-Kanadier hat in seiner aktiven Zeit als Torhüter in Hamburg, München, Köln und Kassel gespielt.

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