Stark: BSV setzt Höhenflug fort

Für die Zwickauer Handballerinnen läuft es in der 2. Bundesliga weiterhin wie geschmiert. Der achte Saisonsieg am Samstag in Berlin war Ergebnis einer Mischung aus gesunder Härte, Cleverness und Heimspiel-Atmosphäre. Und er brachte Platz 2.

Zwickau.

Der BSV Sachsen Zwickau hat auch sein drittes Gastspiel in diesem Jahr bei den Spreefüchsen Berlin gewonnen. Nach dem 25:20 im Rückspiel der Vorsaison und dem 30:26 in der ersten Pokalrunde erwies sich das 31:30 am Samstag jedoch als das erwartet schwere Stück Arbeit. Bis in die Schlussphase hinein rannten die Gäste einem Rückstand hinterher, ehe sie das Spiel in den letzten drei Minuten doch noch kippen konnten. Der Jubel bei der Mannschaft und den zahlreichen mitgereisten Fans war dafür umso größer. "Die Unterstützung von den Rängen war ein wichtiger Punkt, dass wir immer wieder zurückgekommen sind", sagte BSV-Trainer Norman Rentsch.

Seine Mannschaft hatte zu Spielbeginn zunächst Probleme, ihren Rhythmus zu finden und das gewohnte Spiel aufzuziehen. Das lag freilich auch am Gegner, der nicht umsonst acht seiner bis dahin neun Punktspiele gewonnen hatte. Berlin überzeugte mit großer Dynamik im Rückraumangriff, agierte aber auch variabel genug, um bei passiver Abwehr der Zwickauerinnen über die Kreisläuferinnen zum Torerfolg zu kommen. "Wir mussten uns in den ersten 20 Minuten erst ein Gefühl erarbeiten, wie Berlin in der Abwehr und auch im Angriff zu knacken ist", sagte Norman Rentsch nach dem Spiel. So kämpfte sich der BSV von 5:9 (16.) auf 11:11 (24.) heran.

Nach dem 15:15 zur Pause erwischten erneut die Gastgeberinnen den besseren Start und zogen bis zur 37. Minute vier Tore davon. Doch Zwickau meldete sich mit vier Toren innerhalb von nicht einmal zweieinhalb Minuten zurück. Von da an lag das Momentum aufseiten des BSV, der zwar noch einmal 21:24 in Rückstand geriet, aber drei Minuten vor dem Abpfiff durch Katarina Pavlovic erstmals in Führung ging und sich die Butter letztlich auch nicht mehr vom Brot nehmen ließ.

Für den fünften Sieg im sechsten Auswärtsspiel der Saison gab es aus der Sicht des Trainers viele Gründe. "Es war wieder eine ganz tolle Teamleistung. Keiner war sich zu schade, in die harten Zweikämpfe zu gehen", sagt Norman Rentsch. Zudem lobte er das Spiel über die Nahwurfzone und die Effektivität von Simona Stojkovska aus dem Rückraum. Die 26-jährige Mazedonierin schwang sich trotz ihrer Knieprobleme mit neun Toren zur erfolgreichsten Werferin auf. Dazu kommt das mit den Erfolgen der vergangenen Wochen gestiegene Selbstvertrauen der Mannschaft. "Der Kopf bleibt jetzt auch in kritischen Phasen oben. Das hat man auch an der Coolness in den spielentscheidenden Situationen gesehen", sagt der Trainer.

So verdrängte der BSV Sachsen die Berliner Füchse vom zweiten Tabellenplatz und ist aktuell der erste Verfolger des noch verlustpunktfreien Spitzenreiters Union Halle-Neustadt, der zum Abschluss der Hinrunde im Januar in Zwickau gastiert. "Wir fangen jetzt nicht an großartig zu träumen, sondern genießen es einfach, nicht um den dritt- oder vorletzten wie vergangene Saison, sondern um den zweiten oder dritten Platz zu kämpfen", so der Trainer. Dafür will er weiteres Potenzial aus dem Team herauskitzeln. Denn selbst beim Sieg im Spitzenspiel sah er durchaus noch Luft nach oben.

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