Torhüterin hält Sieg fest

Die Zwickauer Handballerinnen sorgen für Spannung im Meisterrennen der 2. Bundesliga. Beim 31:26 gegen Berlin war der BSV auch mental voll da.

Zwickau.

Mitte Januar, Spitzenspiel, Heimsieg für den BSV. Wenn es nach Torhüterin Ela Szott geht, dann könnte diese Aufzählung eine schöne Tradition beim BSV Sachsen Zwickau begründen. Nachdem die Zweitligahandballerinnen in der Vorsaison am 18. Januar gegen den bis dahin ungeschlagenen Spitzenreiter aus Halle jubelten, wiederholte sich die Geschichte am Samstag in der Sporthalle Neuplanitz. Gegen Tabellenführer Füchse Berlin, der bisher nur einen Punkt abgegeben hatte, gewannen die Gastgeberinnen 31:26 (18:16). Großen Anteil am Erfolg hatte wie vor einem Jahr Ela Szott. Vor allem in der Schlussphase brachte sie die Berlinerinnen zur Verzweiflung und hielt fast jeden Ball, der auf ihren Kasten kam. Nur zwei Treffer ließ die 23-Jährige in den letzten zwölf Minuten zu.

Ihre eigene Leistung war ihr in diesem Moment kaum bewusst. "Ich habe gar nicht mitbekommen, dass ich ständig gehalten habe. Stattdessen habe ich im Angriff einfach immer nur auf ein Tor gehofft", sagte Szott nach der Partie. Ihr Wunsch erfüllte sich: Nach vier Toren in Folge für die Gäste und dem 24:24-Ausgleich in der 47. Minute legte der BSV immer wieder ein Tor vor. Spätestens das 27:25 durch Diana Dögg Magnusdottir vier Minuten vor dem Ende brachte die Zwickauerinnen endgültig auf die Siegerstraße.

Danach sah es anfangs nicht unbedingt aus. Zu Beginn der Partie dominierte der Tabellenführer aus der Hauptstadt. Nach sieben Minuten lag Berlin 5:2 vorn. In einem schwungvollen Spiel, wo beide Abwehrreihen ordentlich zupackten, fanden die Zwickauerinnen vor allem dank ihrer mentalen Stärke immer mehr Zugriff und glichen in der 12. Minute durch Magnusdottir aus. Nach 23 Minuten und acht Sekunden war es schließlich Pia Adams, die beim 13:12 für die erste BSV-Führung sorgte. Die erst im Oktober nach Zwickau gewechselte Rückraumspielerin erwies sich mit elf Treffern am Samstag erneut als erfolgreichste Werferin ihrer Mannschaft. Gleichzeitig übernahm sie in der Abwehr viel Verantwortung. Vor dem eigenen Kasten gelang es dem BSV mit zunehmender Spielzeit, immer wieder gut zu verschieben und die Berlinerinnen zu nicht optimalen Würfen zu zwingen. Die wurden so sichere Beute von Ela Szott. "Solche kleinen Paraden helfen, ins Spiel zu finden. Man pusht sich zudem über die erfolgreichen Aktionen der Vorderleute. Egal ob im Angriff oder der Abwehr", erzählte die 23-Jährige.

Als der BSV zu Beginn der zweiten Halbzeit auf bis zu vier Treffer davonzog, schien eine Vorentscheidung zu fallen. Doch die Schwächephase zum 24:24 ließ noch einmal ordentlich Spannung aufkommen. Dass seine Mannschaft diese Situation mental so gut meisterte, imponierte Coach Norman Rentsch: "Wir haben uns in der Vorbereitung sehr auf diesen Bereich konzentriert. Die Mädels haben das heute sehr gut gemacht. Ich habe das gesamte Spiel über in sehr viele lachende Gesichter geschaut. Auch Ela hat einen riesen Beitrag geleistet. Das gehört aber dazu, wenn man erfolgreich sein will." Die Aufregung und das Glücksgefühl über den Heimsieg dürfte sich nicht nur bei der 23-Jährigen lange gehalten haben. "Wenn ich Glück habe, bin ich Sonntagnachmittag wieder entspannt", so Ela Szott.

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