Trainer erwarten enges Finale

Der letzte Titel der Saison wird am Samstag bei den Fußballern auf Kreisebene vergeben. Ein klarer Favorit ist beim Duell zwischen Wilkau-Haßlau und Steinpleis-Werdau nicht auszumachen.

Wilkau-Haßlau/Werdau.

Mit seinem Gefühl lag Marcus Weichert in dieser Woche goldrichtig. "Unser Verein stand bestimmt vor zehn, zwölf Jahren das letzte Mal in einem Pokalfinale", sagte der Trainer des SV Muldental Wilkau-Haßlau im Gespräch mit "Freie Presse" zum anstehenden Endspiel im Kreispokalwettbewerb am Samstag. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass das stimmt. 2009 - also noch vor der Strukturreform auf Kreisebene im Fußball - traf Wilkau-Haßlau im Westsachsen-Finale auf den SV Motor Zwickau-Süd II und verlor 0:1. Im Jahr zuvor hatte sich der FC Sachsen Steinpleis-Werdau bei seiner bis heute letzten Endspielteilnahme mit einem 6:4-Erfolg über Motor Thurm den Pokal gesichert.

Dass es am Samstag ab 16 Uhr im Sportzentrum Stangendorf ähnlich torreich werden könnte, dafür spricht einiges. Wilkau-Haßlau hat seit der zweiten Runde immer mindestens viermal getroffen. Im Halbfinale Ende Juni wurde der SV Heinrichsort/Rödlitz sogar 7:4 bezwungen. Für den Aufsteiger in die Westsachsenliga spricht zudem die Bilanz der zurückliegenden Saison. Bis zum coronabedingten Abbruch standen zehn Siege und drei Unentschieden in der Kreisliga-Staffel 1 zu Buche. Als Verlierer ging das Team von Marcus Weichert nie vom Platz. Der Coach sieht seine Mannschaft trotzdem in der Außenseiterrolle: "Wir wollen spielerisch natürlich das Beste herausholen und unsere Serie ausbauen. Ich denke, ganz entscheidend wird der Kopf sein. Den Ausschlag dürfte geben, wer mit der Finalsituation am besten zurechtkommt und seine Spielidee am besten durchbringt."

Ähnlich äußert sich auch Trainer Matthias Lange vom FC Sachsen Steinpleis-Werdau. Er sieht sein Team als Westsachsenligist im Duell mit dem Kreisligisten nicht in der Favoritenrolle. "Ich denke, es wird die Mannschaft gewinnen, die die bessere Tagesform und eventuell das kleine Quäntchen mehr Glück hat. Beide Mannschaften können gewinnen und beide Mannschaften wollen gewinnen. So viel steht fest", betont Lange. Angesichts der Saisonbilanz des Gegners baut er auf eine stabile Defensive. Eventuell verzichten muss Steinpleis-Werdau im Finale auf seinen Kapitän Thomas Unger. Dieser zog sich im Halbfinale gegen den ESV Lok Zwickau II eine Verletzung zu und musste zur Halbzeit ausgewechselt werden. Ob er am Wochenende spielen kann, entscheidet sich kurzfristig.

Einig waren sich der Sachsen-Coach und sein Gegenüber im Vorfeld des Finals bei der Einschätzung der Rahmenbedingungen. Aufgrund der Coronaauflagen findet die Partie am Samstag ab 16 Uhr offiziell ohne Zuschauer statt. "Wir sind sehr traurig, dass wir unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielen müssen", sagt Matthias Lange. So fehle einfach die besondere Stimmung eines Endspiels, weiß auch Marcus Weichert: "Beeinträchtigen sollte das die Spieler aber nicht." Und dass die Partie wirklich ganz ohne Publikum stattfinden wird, kann sich der Wilkau-Haßlauer Trainer nicht vorstellen. Bei beiden Halbfinalpartien vor zwei Wochen standen einige Anhänger außerhalb der Sportplätze hinter den Zäunen. Ähnliches kann sich Marcus Weichert auch in Stangendorf vorstellen.

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