Verrückte Geschichte endet mit Riesenjubel über Meisterschale

Die C-Jugend-Handballerinnen haben dem BSV Sachsen Zwickau den größten Nachwuchserfolg seit langem beschert. Die ausgelassene Freude hatte einen besonderen Grund.

Zwickau.

Das entscheidende Spiel um die Meisterschaft zwischen den Handball-Mädels des BSV Sachsen Zwickau und dem HC Leipzig war an Dramatik eigentlich nicht mehr zu überbieten. Vor gut 350 Zuschauern entschied Luisa Kühn mit einem in letzter Sekunde verwandelten Siebenmeter das Spiel. Mit dem 23:22-Siegtreffer machte sie ihr Team zum Sachsenmeister und verwandelte zugleich die Sporthalle Neuplanitz in ein Tollhaus.

Die Mädels schrien ihre Freude heraus, heulten vor Glück und lagen sich jubelnd in den Armen. Und die Trainer Jörg Heinrich und Ute Sesselmann waren kopfschüttelnd mittendrin. Denn das emotionale Finale hatte eine nicht alltägliche Vorgeschichte: Das Hinspiel der Zwickauerinnen in Leipzig war im Oktober ähnlich spektakulär verlaufen. Damals lag der BSV acht Minuten vor Schluss mit sieben Toren zurück und erkämpfte sich am Ende noch einen Punkt. Schon damals war es Luisa Kühn, die in letzter Sekunde per Siebenmeter traf.

Diese verrückte Geschichte war die Krönung einer Saison, in der das individuell besser besetzte Leipziger Team als Favorit galt und bei Zwickau bei weitem nicht alles optimal lief. "Wir haben im Herbst auch zweimal richtig auf den Deckel bekommen und zwischendurch etwas Verletzungspech gehabt. Aber im entscheidenden Spiel haben unsere Mädels am Ende den Sieg deutlich mehr gewollt", sagt Jörg Heinrich, der die Mannschaft mit Ute Sesselmann seit 2014 betreut.

Beide sehen den Erfolg in erster Linie als Verdienst der gesamten Mannschaft und wollen daher keine einzelnen Spielerinnen hervorheben. Dass mit Jasmina Gierga, Lilly Heinrich, Cara Herfurth und Luisa Kühn kürzlich vier Mädels zu einer Sichtung des Deutschen Handballbundes in Berlin eingeladen waren und sieben weitere der Landesauswahl angehören, spricht für die gute Nachwuchsarbeit beim Zweitligisten. Dabei gehören dem Meisterteam bei weitem nicht nur Zwickauerinnen, sondern unter anderem auch Mädchen aus Weißenborn, Marienberg, Chemnitz und Zschorlau/Schneeberg an.

Als Sachsenmeister steht der BSV am 6. April in der Vorrunde der Mitteldeutschen Meisterschaft und hat sich zudem für die Nordostdeutsche Meisterschaft Anfang Mai in Berlin qualifiziert. Insofern wird fleißig weiter drei- bis viermal in der Woche trainiert. "Es gibt gerade im individuellen Abwehrverhalten noch Luft nach oben und es geht uns außerdem darum, bestimmte Bewegungsabläufe zu automatisieren", erklärt Ute Sesselmann. Langfristiges Ziel des BSV Sachsen ist es, mit der Mannschaft in zwei, drei Jahren um die Qualifikation für die A-Jugend-Bundesliga zu spielen.

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