Verspäteter Videobeweis führt zur Verlängerung

1638 Zuschauer haben am Freitag in Crimmitschau eine verrückte Eishockey-Partie gesehen. Unauffällig agierte der junge Philipp Halbauer, der in der Vorwoche eine besondere Marke geknackt hatte.

Crimmitschau.

Eispiraten-Torwart Michael Bitzer hat die Referees vergeblich auf seine lockere Maske hingewiesen. Die Zweitliga-Partie gegen Landshut wurde am Freitagabend aber nicht unterbrochen. Stattdessen versenkte Robbie Czarnik in der 62. Minute den Puck aus der Halbposition im Kasten der Westsachsen. Damit schoss der Angreifer, der in der Saison 2017/18 noch das Eispiraten-Trikot trug, den EV Landshut zu einem 4:3 (1:2, 2:0, 0:1, 1:0)-Sieg nach Verlängerung im Kunsteisstadion im Sahnpark. Die Gäste verstauten zwei Punkte im Mannschaftsbus, Crimmitschau musste sich mit einem Zähler begnügen.

"Es wäre wahrscheinlich besser gewesen, wenn Michael Bitzer die Maske in der Szene gleich auf das Eis wirft. Dann müssen die Referees unterbrechen", sagte Eispiraten-Trainer Daniel Naud. Im zweiten Drittel kam es - bei ähnlichen Masken-Problemen von Torhüter Jaroslav Hübl im Kasten der Gäste - zur Spielunterbrechung.

In der Analyse der Partie kamen die Übungsleiter zu unterschiedlichen Einschätzungen. "Wenn man das ganze Spiel betrachtet, dann haben wir verdient gewonnen", sagte Axel Kammerer, Trainer des EV. In seinem Team befanden sich mit Erik Gollenbeck und Elia Ostwald noch zwei weitere Ex-Crimmitschauer. Daniel Naud lobte seine Mannschaft für die Leistung im ersten und im dritten Abschnitt: "Im zweiten Drittel kassierten wir zu viele Strafen, im dritten Drittel kämpfen wir uns eindrucksvoll zurück und machen verdient den Ausgleich."

Dominic Walsh brachte die Eispiraten in der 14. Minute in Führung. Er hielt seinen Schläger nach einem Pass von Hagen Kaisler genau im richtigen Moment hin und drückte die Scheibe über die Linie. Ein von Luca Trinkberger abgefälschter Schuss führte zum Ausgleich. In der 18. Minute staubte Carl Hudson nach einem Versuch von Austin Fyten aus Nahdistanz zum 2:1 für die Gastgeber ab, die im zweiten Drittel undiszipliniert agierten. Max Hofbauer erzielte den 2:2-Ausgleich (27.), im Powerplay sorgte Mathieu Pompei mit einem Schuss von der blauen Linie für die 3:2-Führung der Landshuter (30.). Fehler im Spielaufbau der Gäste ermöglichten die besten Chancen für Crimmitschau. Christoph Körner traf den Pfosten (29.) und Patrick Pohl scheiterte am Torhüter (36.). Das Pech klebte den Eispiraten im letzten Drittel am Schläger. Mitch Wahl traf bei seinen Versuchen in der 50. und 54. Minute jeweils die Latte. Danach sah es - aus dem Blickwinkel von etlichen Fans - auch in der 59. Minute bei einem Schuss von Austin Fyten aus. Die Referees ließen die Partie weiterlaufen und gingen erst nach dem Ende der regulären Spielzeit zum Videobeweis. Der Fyten-Treffer wurde mit Verspätung gegeben und die Uhr um 75 Sekunden zurückgestellt. Die TV-Bilder zeigten, dass der Puck hinter der Linie war.

Unauffällig agierte Philipp Halbauer, der in der Woche zuvor sein 250. Pflichtspiel für die Eispiraten absolvierte. "Das ist für mich eine große Ehre. Es gibt garantiert nicht viele Profis in meinem Alter, die so viele Spiele für einen Verein absolviert haben", sagte der 22-Jährige, der weder von den Verantwortlichen noch von den Fans ein Präsent für das Jubiläum erhielt. Der Rechtsschütze hat in den Nachwuchsteams des ETC Crimmitschau und der Jungadler Mannheim das Eishockey-ABC gelernt. Seit der Saison 2015/16 gehört der Blondschopf zum Profiteam. Dort hat er sich mittlerweile zu einer festen Größe entwickelt. "Er ist immer mit Herzblut dabei und gehört zu den Spielern, die keinen Arschtritt benötigen", sagte Naud, der - gemeinsam mit Co-Trainer Fabian Dahlem - auch weiter an einer Schwachstelle des Eigengewächses arbeiten will: "Teilweise agiert Philipp mit einem falschen Ehrgeiz und bleibt bei seinen Wechseln zu lange auf dem Eis."

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