VfL 05 kann dem Favoriten im Finale bis zum 3:3 Paroli bieten

Der Einzug ins Endspiel der Futsal-Meisterschaft war schon ein Riesenerfolg. Der NOFV-Meister hätte ihn gern mit dem Titel gekrönt. Das war ihm aber nicht vergönnt.

Zwickau.

Fünf Jahre nach dem denkwürdigen Sachsenpokalfinale gegen den Chemnitzer FC, das der VfL 05 Hohenstein-Ernstthal unglücklich mit 4:5 verloren hatte, ist der Fußballgott den Karl-May-Städtern auch im Endspiel der deutschen Futsal-Meisterschaft nicht hold gewesen. Vor 803 Zuschauern in der Stadthalle Zwickau verloren die 05er das Endspiel gegen den SSV Jahn Regensburg mit 4:7 (1:3).

"Im Endeffekt geht es so in Ordnung", gestand Christopher Wittig, Nationalspieler in den Reihen der Hohenstein-Ernstthaler, der kurz vor Schluss das vierte Tor des VfL 05 erzielte. Da war die Partie, die von den brasilianischen Ballkünstlern aus Regensburg geprägt wurde, aber schon entschieden. In der Anfangsphase spielte der VfL zu nervös und geriet durch zwei Tore von Luis Gustavo in Rückstand. Chancen für Hohenstein-Ernstthal waren bis zur 14.Minute Mangelware, doch dann erzielte Jurij Melnyk den Anschlusstreffer, und es gab weitere Möglichkeiten. Kurz vor der Pausensirene traf Halison Goncalves allerdings zum 3:1 für Regensburg.

Dank eines energischen Starts in die zweite Hälfte konnte der VfL ausgleichen. Ein strammer Linksschuss von Piotr Papierowski und ein Distanztreffer von Ievgen Smolovyk brachten das 3:3. "Dann haben wir zwei wirklich vermeidbare Gegentore bekommen", ärgerte sich Pechvogel Marco Pohl. Der VfL-Torhüter, die Nummer drei im deutschen Nationalteam, hatte sich einen Haarriss im Mittelfuß zugezogen und verpasste deswegen das Finale. Kamil Dworzecki stand im Gehäuse und war beim 3:4 von Silva Lima machtlos. Der fünfte Treffer durch Goncalves resultierte aus einem Missverständnis mit Marc Benduhn. Nach einem weiteren Gegentreffer, erneut durch Goncalves, spielte der VfL 05 mit fliegendem Torhüter, allerdings brachte das kaum Chancen. Goncalves machte mit seinem vierten Treffer, diesmal ins verwaiste Tor, alles klar, ehe Christopher Wittig noch Ergebniskosmetik betrieb. Am Spielfeldrand verfolgte Ex-Profi Sebastian Helbig das Geschehen. Er führte nicht nur Radiointerviews für den MDR, sondern war selbst auch Gesprächspartner des Teams von Sport 1, das live übertrug. Helbig, der selbst viele Futsalpartien für den VfL bestritten hat, sieht eine Weiterentwicklung dieser Hallenfußballvariante in Deutschland. In der kommenden Saison wird er wahrscheinlich in der Futsal-Regionalliga wieder mitmischen. "So eine Chance kommt vielleicht nicht wieder", sagt er mit Blick auf das verlorene Finale seiner Teamkollegen vom VfL, wo er nach wie vor in Landesliga und -klasse auf Torejagd geht.

Oliver Vogel, Teamchef bei den Regensburgern, verteidigte den intensiven Einsatz brasilianischer Futsalspezialisten. "Wenn du etwas aufbauen willst, musst du Spieler von dort holen, wo der Futsal herkommt", sagt Vogel, dem für die kommende Saison ein Profiteam vorschwebt. Ein Weltklasse-Profi, der mitverantwortlich für den Aufschwung von Jahn Regensburg ist, war am Sonntag in Zwickau dabei: Douglas Costa, der beim FC Bayern München spielt, hat Regensburgs Spielertrainer Lucas Kruel als persönlichen Fitnesscoach und kam mit ihm gemeinsam nach Deutschland. Kruel, der wiederum mit Regensburgs Oliver Vogel befreundet ist, lotste dann eine Reihe brasilianischer Kicker an die Donau und krönte sein ehrgeiziges Projekt mit dem verdienten Titelgewinn.

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