Wechselangebot statt Zukunftstipp

Carlotta Fege ist eines von vier neuen Gesichtern beim BSV Sachsen Zwickau. Dass sie nach Westsachsen kam, hängt vor allem mit Trainer Norman Rentsch zusammen.

Zwickau.

Als Konkurrenzkampf sieht Carlotta Fege die nächsten Monate eher weniger. Seit Anfang Juli gehört die seit wenigen Tagen 19-Jährige zum Kader des Handball-Zweitligisten BSV Sachsen Zwickau - und hat am Kreis mit Nadja Bolze und Alisa Pester gestandene Mitspielerinnen vor sich. "Ich kann von beiden noch sehr viel lernen und sie helfen mir auch im Training. Wie viel Einsatzzeit ich dann in der Saison bekommen, lasse ich auf mich zukommen", sagt Fege, die aus Witten stammt und in der E-Jugend bei Borussia Dortmund mit dem Handballspielen begann.

Bei einem der Aushängeschilder des Frauenhandballs in Deutschland durchlief die junge Frau alle Stationen im Nachwuchs und spielte in der zweiten Mannschaft bereits mehrere Jahre in der 3. Liga. "Der Schritt von Liga 3 in Liga 1 ist in Dortmund sehr schwer. Um mich weiterzuentwickeln, wollte ich Norman Rentsch eigentlich nur um Rat fragen, was sich jetzt für mich lohnen würde. Und da hat er mir direkt ein Angebot gemacht", erzählt die 19-Jährige, die den BSV-Coach aus seiner kurzen Trainertätigkeit in Dortmund kennt. Aus dieser Zeit ist ihr gut in Erinnerung geblieben, wie Rentsch versucht, junge Spielerinnen zu fördern. So musste Carlotta Fege nicht lange überlegen, das Angebot aus Zwickau anzunehmen. Dass mit Lena Hausherr eine langjährige Dortmunder Weggefährtin ebenfalls zum BSV geht, sei zwar für ihre Entscheidung nicht so wichtig gewesen: "Es ist aber natürlich cool, jemanden dabei zu haben, den man kennt. Wobei das mit Charley Zenner ja auch so ist." Die Zwickauer Torhüterin gehörte wie die beiden Dortmunderinnen zur erfolgreichen deutschen U-16-Nationalmannschaft, die 2017 dem EM-Titel gewann.

Die Frauennationalmannschaft und Liga 1 nennt Carlotta Fege für die nächsten Jahre als ihre großen Ziele im Handball. Dem ordnet die 19-Jährige vorerst auch ihre Ausbildung unter. Nach dem Fachabitur absolviert sie in Zwickau aktuell erst einmal ein Praktikum. Durch die Arbeit im Körperformen-Studio der ehemaligen BSV-Spielerin Silvia Sajbidor kann sich Fege gut auf den Sport konzentrieren. "Ich habe mich noch nicht festgelegt, wo es für mich danach beruflich hingehen könnte", erzählt Carlotta Fege. Im Team und in Zwickau hat sie sich nach rund vier Wochen schon gut eingelebt. Dazu beigetragen hat, dass beim BSV Sachsen auch der Kontakt und Zusammenhalt außerhalb der Trainingshalle groß geschrieben wird. "Ich hatte am Anfang keine Küche. Da haben die Mädels mir viel geholfen und zum Beispiel für mich mit gekocht", sagt die 19-Jährige, die erstmals so weit entfernt von Familie und Freunden wohnt.


Erster Härtetest im August

Nach drei Trainingswochen steht für die Zwickauer Zweitligahandballerinnen bis Ende Juli aktiver Urlaub auf dem Programm. "Die Spielerinnen haben sehr intensive, individuelle Pläne bekommen, damit wir gut gerüstet in den August gehen können", sagt BSV-Coach Norman Rentsch. Am 8. und9. August bestreitet der BSV seinen ersten Härtetest. Beim Heinrich-Horn-Gedächtnisturnier der SG Kirchhof warten gleich vier Spiele an zwei Tagen. In der Vorrunde trifft Zwickau zunächst auf Erstligist HSG Bad Wildungen Vipers sowie die Zweitligakonkurrenz aus Kirchhof und von der HSG Solingen-Gräfrath. Aufgrund der Corona-Beschränkungen wurden die Endspiele schon angesetzt. Hier spielt der BSV gegen Erstligaaufsteiger Halle. (aheb)

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