Wenn nach dem Wasalauf auch vor dem Wasalauf ist

Skilanglauf: Warum ein Freizeitsportler aus Stenn 2021 wieder starten will

Stenn.

Wenn Robert Morgner von seinem Start beim legendären Vasaloppet (Wasalauf) in Schweden erzählt, dann klingt das ganz schnell so, als hätte er die 90 Kilometer von Sälen nach Mora gerade erst hinter sich gebracht. Dabei ging das größte Skilanglaufrennen der Welt traditionell bereits am ersten Sonntag im März über die Bühne. Für den 38-Jährigen aus Stenn, der die Distanz in 7:40:21 Stunden meisterte und damit im vorderen Drittel der knapp 15.000 Teilnehmer einkam, wirken die Eindrücke trotz Corona-Pandemie bis heute nach.

"Der Sport tritt in der aktuellen Situation natürlich auch für mich in den Hintergrund. Ich bin einfach froh, dass der Wasalauf vor den Einschränkungen ausgetragen werden konnte und war tagelang so von dem Erlebnis elektrisiert, dass ich mich für nächstes Jahr wieder angemeldet habe, was eigentlich voll untypisch für mich ist", sagt der zweifache Familienvater. Er schwärmt von der Atmosphäre in Schweden. "Man spürt schon in den Tagen vor dem Rennen in der ganzen Region die Spannung und die Vorfreude. Das ist etwas ganz Besonderes. Alleine wenn ich an die riesige Startwiese denke, das ist einfach Gänsehautfeeling", erzählt Robert Morgner.

Dass er die 90 Kilometer im nächsten Jahr noch einmal in Angriff nehmen will, hat aber noch weitere Gründe. So wurde der ohnehin anspruchsvolle Wettkampf in diesem Jahr durch ergiebigen Neuschnee erschwert. "Ich möchte den Wasalauf gerne mal bei guten Bedingungen machen. Dabei geht es mir gar nicht um die Zeit, sondern einfach um das Erlebnis Langlauf an sich bei diesem einmaligen Flair", sagt Robert Morgner. Zudem reizt es ihn, das Abenteuer auf eigene Faust zu organisieren, nachdem er sich für die Premiere einer größeren Reisegruppe angeschlossen hatte.

"Ich bekomme oft zu hören, dass es ziemlich verrückt ist, was ich mache. Aber mit der richtigen Vorbereitung und Fokussierung relativiert sich das", sagt der gebürtige Vogtländer, der schon früh auf Langlaufskiern stand. Vor acht Jahren begann er, ambitionierter zu trainieren und an Rennen teilzunehmen. Als erste Herausforderung stellte er sich beim Kammlauf in Klingenthal gleich dem langen Kanten über 50 Kilometer. "Es gefällt mir, mich auf ein Ziel zu konzentrieren. Und es reizt mich, etwas Besonderes zu machen, wo ich vorher nicht weiß, ob ich es schaffe", sagt Robert Morgner.

In den folgenden Jahren meisterte er so unter anderem den 70 Kilometer langen Marcialonga in Südtirol und im Vorjahr mit einem befreundeten Läufer als Zweier-Team das 24-Stunden-Rennen in Zinnwald im Osterzgebirge. "Alleine war es mir zu straff, im Viererteam zu schlaff", erzählt der im öffentlichen Dienst tätige Freizeitsportler. Mit diesen Renn-Erfahrungen fühlte er sich gewappnet, 2020 den Mythos Wasalauf zu erkunden. Dabei ließ sich der Stenner, der auf ein abwechslungsreiches Kraft-Ausdauer-Training baut, auch vom miesen Winter nicht stoppen. Er nutzte ein verlängertes Wochenende in Seefeld, um an vier Tagen über 200 Kilometer zu laufen. "Die haben mir Gewissheit gegeben, dass ich die 90 Kilometer packen kann," sagt er.


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.