Zwei Kufenflitzer auf Rekordjagd

Die Crimmitschauer Eisschnellläufer Felix Maly und Fridtjof Petzold gehören zu den wenigen Sportlern, auf die die Coronakrise aktuell kaum Auswirkungen hat. Ihre mit Bestzeiten gespickte Saison ging mehr oder weniger wie geplant zu Ende.

Crimmitschau.

Auf die bisher besten Monate seiner Sportkarriere kann Fridtjof Petzold zurückblicken. Für den Eisschnellläufer vom Crimmitschauer Polizeisportverein gingen in diesem Winter sogar Wünsche in Erfüllung, an die der 22-Jährige im vergangenen Sommer noch gar nicht denken wollte. Nach einer Verletzungspause und der anschließenden Reha konnte Petzold erst im August richtig mit der Saisonvorbereitung beginnen.

"Mein Ziel war da, mich für den Neo-Seniorenweltcup zu qualifizieren. Dass ich es stattdessen geschafft habe, bei den Männern dabei zu sein, ist sensationell. Ich bin absolut zufrieden mit der Saison", sagt Petzold. Anfang Februar nutzte er auf der schnellen Bahn im kanadischen Calgary eindrucksvoll seine Chance und schraubte seine Bestzeit über 5000 Meter gleich um mehr als acht Sekunden nach unten. Über die doppelte Distanz war der 22-Jährige im Dezember in Kasachstan ebenfalls so schnell wie noch nie. Trotz der Erfolge musste Fridtjof Petzold auf einen Höhepunkt in dieser Saison aber schweren Herzens verzichten. Schmerzen im linken Knie zwangen den Crimmitschauer dazu, den Start bei der Studenten-Weltmeisterschaft im März im niederländischen Amsterdam abzusagen.

"Mit Blick auf die Zukunft war das die beste Entscheidung. Die Probleme sind im Moment deutlich schwächer als vergangenes Jahr im rechten Knie. Wie damals ist die Quadrizepssehne gereizt. Ich rechne damit, dass ich Mitte April wieder normal in die Saisonvorbereitung einsteigen kann", sagt Petzold. Die will er gemeinsam mit Felix Maly absolvieren. Im Sommer 2019 wechselte Petzold von Berlin nach Erfurt, seitdem bilden die beiden Crimmitschauer in Thüringen ein Trainingsduo. Maly ist für Petzold ein klein wenig Vorbild. Denn der 25-Jährige, der beim Crimmitschauer Eislaufverein mit dem Sport begann und als Jugendlicher nach Erfurt ging, hat es schon zu Starts bei der Einzelstrecken-WM und EM gebracht. Da will Fridtjof Petzold, der Sportmanagement studiert, auch hin: "Das nehme ich nächste Saison auf jeden Fall in den Blick."

Das Fazit seines Trainingskameraden zu den vergangenen Monaten fällt ein wenig verhaltener aus. Zwar schaffte es Felix Maly, sich nicht nur für den Weltcup, sondern auch für die internationalen Meisterschaften zu qualifizieren. Doch so ein richtiger Ausreißer nach oben fehlte. "Die Leistung war über die gesamte Saison konstant. Das ist auf der einen Seite gut, weil es keinen richtig schlechten Lauf von mir gab. Aber auch keinen richtig perfekten", sagt der 25-Jährige. Wie Petzold gelang ihm in Calgary ebenfalls die Verbesserung seiner persönlichen Bestzeit. Womit Felix Maly aber vor allem hadert, sind die Platzierungen im Weltcup: "Da ist es nicht wirklich nach vorne gegangen." Seinen Optimismus hat der bei der Thüringer Landespolizei angestellte Crimmitschauer aber nicht verloren. Nächste Saison will er neu angreifen - gemeinsam mit Fridtjof Petzold.


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