Zwickau setzt auf die Jugend

Erst 18 Jahre alt ist Lena Hausherr, die Handball-Zweitligist BSV Sachsen künftig verstärken wird. Trainer Norman Rentsch hält große Stücke auf die Dortmunderin, die für ihn keine Unbekannte ist.

Zwickau.

Von der Heimspiel-Atmosphäre in der Sporthalle Neuplanitz hat sich Lena Hausherr Ende Februar bereits einen Eindruck verschafft. Bei der Partie gegen Solingen-Gräfrath saß die 18-Jährige mit ihren Eltern auf der Tribüne. "Die Stimmung war überragend", erzählt die junge Dortmunderin. Künftig steht sie selbst auf der Platte in Zwickau. Nach Elaine Rode (von Bayer Leverkusen) ist Lena Hausherr die zweite neue Spielerin bei Handball-Zweitligist BSV Sachsen Zwickau.

Die beiden jungen Frauen verbindet eine Gemeinsamkeit: BSV-Coach Norman Rentsch hat mit ihnen schon lange vor dem Wechsel nach Zwickau trainiert. Während Rode als Nachwuchstalent beim HC Leipzig ins Bundesligateam reinschnuppern durfte, machte Lena Hausherr das gleiche im Sommer 2018 bei Borussia Dortmund, als Rentsch dort die Verantwortung trug. "Normans Arbeitsweise hat mich sehr beeindruckt. Ich habe da in kurzer Zeit viel gelernt. Er achtet sehr auf junge Spielerinnen. Er gibt ihnen viel Vertrauen und erlaubt ihnen gleichzeitig, Fehler zu machen", sagt die 18-Jährige, die sich bewusst für den Schritt nach Zwickau entschieden hat. Dort will sie sich nach ihrem Abitur, für das die Dortmunderin derzeit im Prüfungsstress steht, sportlich weiterentwickeln.

Die Bilanz von Lena Hausherr kann sich schon jetzt sehen lassen. 2018 und 2019 feierte sie mit der B- sowie A-Jugend von Borussia Dortmund die Deutsche Meisterschaft und gehörte seit vier Jahren zum Drittligateam des Vereins. Vergangene Saison feierte sie zudem ihr Debüt in der 1. Bundesliga. Der bisher größte Erfolg gelang der Dortmunderin 2017 mit der Nationalmannschaft, als Deutschland U-16-Europameister wurde und Lena Hausherr auf der Linksaußenposition ins All-Star-Team gewählt wurde. Aus dieser Zeit bereits kennen sich die 18-Jährige und BSV-Torhüterin Charley Zenner. Nach einem Auswahl-Lehrgang im Januar stellte Letztere nun den Kontakt nach Zwickau her. "Lena kann trotz ihrer Jugend eine Menge an Erfahrung vorweisen. Wir sind sehr stolz, dass sie sich für uns entschieden hat. Ihr Ehrgeiz und ihre Spielintelligenz machen sie sehr stark. Ich gehe fest davon aus, dass sie irgendwann ganz oben ankommen wird", sagt Norman Rentsch.

Für das große Ziel Frauen-Nationalmannschaft nimmt Lena Hausherr ab Ende Juni erstmals eine wirklich lange Trennung von Familie und Freunden in Kauf. Zu kämpfen hat die 18-Jährige damit kaum. "Ich bin durch den Sport immer viel von zu Hause weg gewesen. Hier in Zwickau habe ich das Glück, mit Charley schon jemanden aus der Mannschaft zu kennen. Ich fühle mich schon jetzt hier wohl", erzählte Lena Hausherr vor wenigen Tagen bei ihrer offiziellen Vorstellung auf dem Zwickauer Marktplatz. Bei der waren auch ihre Eltern dabei, die den Wechsel in die Dortmunder Partnerstadt voll unterstützen. "Es ist natürlich ungewohnt, dass Lena künftig so weit weg ist. Aber wir fühlen sie hier im Verein sehr gut aufgehoben. Wir sind auch von der Stadt begeistert und werden sicher immer mal bei den Heimspielen dabei sein", sagt Mutter Britta. Den Weg in die Halle nach Neuplanitz kennen die Eltern ja schon.


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