Zwickauer feiert Achtungserfolg

Schachgroßmeister Igor Khenkin hat sich im Robert-Schumann-Haus gleich 24 Gegnern gestellt. Der Ausrichter verteilte aber keine Gastgeschenke.

Zwickau.

Normalerweise dreht sich im Robert-Schumann-Haus alles um schwarze und weiße Klaviertasten. Am Freitagnachmittag standen allerdings die schwarzen und weißen Figuren des Spieles der Könige im Mittelpunkt. Der Zwickauer Schachclub hatte Großmeister Igor Khenkin zu einem Simultanturnier in die Muldestadt eingeladen.

Maßgeblich zu verdanken war das Zustandekommen der Veranstaltung Vereinsmitglied Frank Birkner. Der hatte sich von dem Profi private Unterrichtsstunden geben lassen. "In diesem Zusammenhang habe ich ihn angesprochen, ob er nicht gelegentlich zu uns nach Zwickau kommen könnte. Da er am Freitag ohnehin auf der Rückreise von einem Weiterbildungsseminar Tschechin war, bot sich ein Abstecher hierher an", sagte der 48-Jährige.

Als jüngste Teilnehmerin saß das elfjährige Schachtalent Saskia Pohle vom SV Muldental Wilkau-Haßlau an einem der 24 Bretter. "Ich habe in diesem Jahr bei Bundesligaendrunde beim Simultan gegen einen Großmeister gespielt und ein Remis rausgeholt. Es wäre toll, wenn mir das heute wieder gelingen würde", sagte das Mädchen, das 2017 an der Weltmeisterschaft in Brasilien teilgenommen hatte. Ihre Hoffnung ging diesmal nicht in Erfüllung.

Khenkins ältester Gegner war Willi Opitz aus Glauchau. Der 80-Jährige gab schon vor Turnierbeginn offen zu, sich keinerlei Chancen einzuräumen. "Wenn man gegen so eine Koryphäe des Schachs antritt, ist jeder weitere Zug, den man machen darf, schon fast wie ein Gewinn anzusehen", sagte er. Trotz der erwarteten Niederlage war die Teilnahme für Opitz ein tolles Erlebnis: "Es ist sicherlich schon an die 30Jahre her, dass ich Großmeister Wolfgang Uhlmann in Meerane bei einem ähnlichen Wettbewerb zugeschaut habe. Aber selbst habe noch nie zuvor gegen einen Großmeister gespielt. Das gönne ich mir jetzt einfach auf meine alten Tage."

Gegen 24 Kontrahenten gleichzeitig anzutreten war für Khenkin kein Problem: "Simultan habe ich schon an 35 Brettern gespielt. Das ist wie Blitzschach, nur das ich eine ganze Menge Gegner habe." Als zäher Kontrahent erwies sich Frank Birkner. Der Zwickauer verteilte kein Gastgeschenk, sondern feierte mit dem Remis gegen den Großmeister einen Achtungserfolg. Dieses Kunststück gelang auch vier weiteren Teilnehmern, die anderen 19 Partien entschied Khenkin, der beim Zwickauer SC auch noch eine Trainingseinheit durchführte, für sich.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...