Zwickauer Höhenflug dauert an

Nach einer erfolgreichen EM hat sich Bahnradsportler Laurin Drescher vom ESV Lok in Berlin den nationalen Titel der U19 im Keirin geholt. Auch seine Vereinskameraden fuhren Medaillen ein.

Zwickau.

Die Letzten werden die Ersten sein. Dieser Spruch hat am Sonntag irgendwie auch auf Radrennfahrer Laurin Drescher vom ESV Lok Zwickau zugetroffen. Während seine Vereinskollegen Nicolas Heinrich und Pierre-Pascal Keup bereits am Samstag zur Vorbereitung auf die Junioren-Weltmeisterschaft im Bahnradsport nach Frankfurt/Oder aufbrachen, verweilte Drescher als letzter Zwickauer noch einen Tag länger in Berlin. Nicht ohne Grund, denn der 17-Jährige hatte sich bei den Deutschen Meisterschaften der U 19 für das Finale im Keirin qualifiziert - und fuhr dort als Erster ins Ziel. "Damit habe ich im Vorfeld nicht wirklich gerechnet", sagte Laurin Drescher mit einem Lachen auf dem Gesicht.

Knapp einem Monat nach seinem Titelgewinn im Teamsprint bei der Junioren-EM im belgischen Gent startete der Zwickauer in Berlin zunächst ohne Titelambitionen. "Mein Ziel war eine Medaille in einer Einzeldisziplin", sagte Drescher. Diesen Wunsch erfüllte er sich bereits am Donnerstag, als er sich im 1000-m-Zeitfahren Bronze sicherte. An den Titel im Keirin war da aber noch nicht zu denken. "Ich habe mir dann erst ein bisschen was ausgerechnet, als Julien Jäger kurzfristig ausgefallen ist", erklärte Drescher.

In Abwesenheit des Erfurters, der in Gent noch zusammen mit Laurin Drescher im Teamsprint ganz oben auf dem Podest stand, fuhr der Zwickauer zum deutschen Meistertitel. "Die EM war ja schon überragend gut, aber von Gold habe ich dennoch nur geträumt", sagte Drescher.

Neben der Deutschen Meisterschaft im Keirin und Bronze im Zeitfahren landete Laurin Drescher auch im Teamsprint mit Moritz Kretschy (RSV Venusberg) und Paul Schmidt (Chemnitzer PSV) auf dem dritten Platz. Nicht nur wegen des Edelmetalls hat sich der Ausflug nach Berlin, wo am Wochenende im Rahmen der Finals die nationalen Meisterschaften in zehn Sportarten ausgetragen wurden, für den Zwickauer gelohnt. "Ganz wie Olympia ist es dann nicht gewesen, wir hatten ja auch kein olympisches Dorf. Aber es war schon ein anderes Feeling", so Drescher. In seinem Hotel waren unter anderem die deutschen Judoka untergebracht. Auch die Berichterstattung habe größere Züge angenommen.

Bis der 17-Jährige nach Zwickau zurückkehrt, wird es noch eine Weile dauern. Denn als glücklicher Letzter der Zwickauer Riege reiste er am Sonntag von Berlin nach Frankfurt/Oder, wo vom 14. bis 18. August die Bahnrad-Weltmeisterschaft der Junioren ausgetragen wird. Auch Nicolas Heinrich und Pierre-Pascal Keup hatten bei ihrer Abfahrt am Samstag Medaillen in die brandenburgische Stadt mitgebracht. Nicolas Heinrich, der ebenfalls in der U19 startete, holte im Punktefahren die Bronzemedaille. Außerdem gewann er Silber in der Einzelverfolgung über 3000 Meter. Pierre-Pascal Keup verpasste hier als Vierter das Podest noch knapp. Zusammen mit Heinrich, Tobias Buck-Gramcko (Tuspo Weende Göttingen) und Constantin Lohse (RSV Chemnitz) freute sich aber auch der dritte Lok-Teilnehmer über Edelmetall. In der 4000-m-Mannschaftsverfolgung holte sich das Quartett Bronze.

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