Zwickauer Trainer macht sich für Team Sachsen stark

Rollstuhlbasketball: Warum Marco Förster einen neuen Anlauf wagt

Zwickau.

Für die Rollstuhlbasketballer des Vereins RB Zwickau ist die Saison in der 1. Bundesliga seit dem Abbruch der Abstiegsrunde Ende März vorbei. Nach der Insolvenz des Vorgängervereins BSC Rollers werden die Zwickauer in der nächsten Saison eine Liga weiter unten aufs Feld rollen. Aufgrund der Corona-Pandemie stehen die Planungen für das kommende Spieljahr momentan allerdings still. "Wir können nur abwarten und müssen immer wieder neu schauen, wie sich die Situation entwickelt", sagt der Zwickauer Trainer Marco Förster. Die ausländischen Spieler der Mannschaft haben es jeweils kurz vor den Einreisesperren noch in ihre Heimatländer geschafft. "Wir halten über diverse Online-Formate Kontakt und bleiben so gegenseitig auf dem Laufenden", sagt Förster. An einen Wiedereinstieg ins Training ist angesichts der aktuellen Situation ohnehin noch nicht zu denken.

Aber ganz tatenlos ist Marco Förster nicht. "Wir sind gerade dabei, uns für eine sächsische Landesauswahl im Rollstuhlbasketball stark zu machen", erklärt der Trainer. Konkret geht es darum, junge sächsische Spieler zu fördern. "Das muss man sich so ein bisschen wie bei den Landesauswahllehrgängen und -turnieren beim Fußball vorstellen. Dort kommen die besten Talente des Landes zusammen und werden in Trainingseinheiten gefördert", erklärt Förster. Die Idee, dieses Konzept auf den Rollstuhlbasketball zu übertragen, steckt zwar noch in den Kinderschuhen, die ersten Gespräche liefen aber schon an.

"Ich habe mich jetzt schon ein paar mal mit dem Bundestrainer darüber unterhalten. Der ist begeistert von dem Vorhaben und hat die Verbindung zum Sächsischen Behindertenverband hergestellt, der so ein bisschen die Schirmherrschaft für das Projekt übernehmen sollen", erzählt Förster. In einigen Videokonferenzen wurde bereits über erste mögliche Schritte diskutiert. Neben dem Sponsoring ging es auch um konkrete Orte, an denen die Landesauswahl dann trainieren könnte. "Das ist ein riesiger Aufwand, aber wir haben schon einen starken Fahrplan, wie das alles aussehen könnte", sagt Förster. So ist geplant, dass Spieler bis 22 Jahren in die Auswahl aufgenommen werden könnten. "Mit Max Chagger hätten wir schon einmal einen Spieler in unseren Team, der diese Anforderungen erfüllen würde. Und so wie ich Max kenne, ist er auch dabei. Wir haben auch noch zwei bis drei andere Spieler, bei denen das Anforderungsprofil zutrifft, sodass wir die Auswahl theoretisch mit vier Spielern aus unseren eigenen Reihen bespicken könnten", sagt Marco Förster.

Diese würden dann im nächsten Jahr in einem "Team Sachsen" an den deutschen Juniorenmeisterschaften teilnehmen können und dabei auch auf einige andere Länderauswahl-Teams treffen. "In Sachsen gab es so eine Auswahl auch schon in verschiedenen Formen. Das war allerdings nicht nachhaltig, sodass wir jetzt einen neuen Anlauf wagen", sagt der Zwickauer Trainer. Wann genau die Landesauswahl starten kann, steht noch nicht fest. "Aber das soll dieses Jahr schon anlaufen. In welcher Form auch immer", sagt Marco Förster.


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.