Niners lassen erste Chance zum Aufstieg liegen

Chemnitz. Die Niners haben den ersten Matchball zum Einzug ins Finale der 2. Basketball-Bundesliga vergeben und den Aufstieg in die erste Liga vorerst verpasst. Vor 5263 Zuschauern in der ausverkauften Chemnitz-Arena unterlag die Mannschaft von Trainer Rodrigo Pastore im dritten Vergleich gegen die Gotha Rockets mit 80:85 (38:43). In der Halbfinalserie steht es nun 2:1 für die Chemnitzer.

"Wir hatten uns sehr viel vorgenommen, die Enttäuschung ist deswegen groß", sagte Daniel Mixich. Der 19-Jährige gab nach mehr als zwei Monaten Verletzungspause sein Comeback. "Wir führen aber weiterhin mit 2:1. Der Druck lastet also auch im vierten Spiel am Montag auf Gotha. Bei uns kommt es darauf an, die Köpfe freizubekommen", ergänzte Mixich.
 
Zu Beginn leisteten sich die Chemnitzer einige Patzer. Nach drei Turnover stand es schnell 2:10 aus Sicht der Gastgeber, Rodrigo Pastore nahm sofort eine Auszeit. Und die zeigte Wirkung: Seine Mannschaft glich aus. Fortan entwickelte sich eine hektische, ausgeglichene Partie, in denen die Gothaer klarmachten, dass sie die Serie trotz des 0:2-Rückstandes nicht herschenken werden. Bei den Rockets lief vor allem Darrel Mitchell heiß. Der erfahrene US-Amerikaner verwandelte im ersten Viertel vier Dreier, sodass die Gäste nach den ersten zehn Minuten mit 23:20 führten.

Die Chemnitzer taten sich im ersten Durchgang anders als beim überzeugenden Auswärtssieg am Mittwochabend schwer, konsequent ihre Angriffe durchzuspielen. In der Defense bekamen sie im ersten Durchgang Mitchell (20 Zähler) und auch Dane Watts (10) nur schwer in den Griff. Zwischenzeitlich lagen die Niners zehn Punkte zurück, dank eines starken Joe Lawson blieb es zur Halbzeitpause bei einem Fünf-Punkte-Rückstand. Der bullige US-Amerikaner war bei sechs seiner sieben Wurfversuche erfolgreich.

"Wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen, haben uns immer wieder aus dem Rhythmus bringen lassen", meinte Kapitän Michael Fleischmann. Ein Knackpunkt sei der Spielaufbau gewesen. "Wir haben uns hinten zu viele Fehler geleistet." 19 Turnover - also Ballverluste - im gesamten Spiel belegten das.

Nach dem Seitenwechsel wurde es zunehmend hektisch. Wegen zahlreicher Fouls auf beiden Seiten ging es immer wieder an die Freiwurflinie. Die Schiedsrichter rückten mehr in den Mittelpunkt und zogen sich den Unmut beider Teams zu. Aus Sicht der Gothaer war dies bitter, weil Mitchell gleich dreimal foulte und mit insgesamt vier Vergehen erst einmal auf die Bank musste, um nicht mit dem fünften Foul noch vor dem Schlussviertel in die Kabine zu müssen. So führten die Gastgeber nach 30 von 40 Spielminuten mit 63:61.

Im Schlussviertel blieb es ausgeglichen. Sechs Minuten vor Spielende war für Mitchell dann nach einem Offensivfoul die Partie beendet. Mit 26 Zählern war er dennoch der beste Werfer der Rockets. Zum Leidwesen der Chemnitzer Fans knickten die Thüringer nicht ein, sondern zeigten im Gegensatz zu den Niners keine Nerven und zogen bei noch vier verbleibenden Minuten elf Punkte davon. Kurz vor Ende wurde es zwar noch einmal eng, die Rockets retteten aber ein 85:80-Erfolg ins Ziel. Bester Werfer der Chemnitzer war Joe Lawson mit 26 Zählern.

"Ich bedanke mich bei den Fans für die tolle Stimmung. Es hat sich aber nicht wie ein Heimspiel angefühlt", sagte Trainer Pastore zum Umzug aus der gewohnten Hartmannhalle in die deutlich größere Messe. "Viele Spieler mussten außerhalb ihrer Komfortzone auf das Parkett. Das hat man ihnen angemerkt." Die Ballverluste und die Dominanz der Gothaer beim Rebound seien augenscheinlich gewesen, analysierte ein sichtlich unzufriedener Argentinier. Dennoch stellte er mit Blick auf die Partie am Montag klar: "Obwohl wir nicht annähernd an unser durchschnittliches Leistungsvermögen herangekommen sind, konnten wir das Spiel eng halten."

Am Montagabend steht in Erfurt die vierte Partie an. Gewinnen die Sachsen dort, ziehen sie ins Finale ein und steigen sie auf. Geht die Partie verloren, findet am Mittwochabend in der Chemnitz-Arena die entscheidende fünfte Begegnung statt.

Statistik

Niners Chemnitz - Gotha Rockets 80:85 (38:43)
Niners: Carter (13), Ziegenhagen (16), Matthews (10), Mixich (2), Richter, Seiferth, Fleischmann (3), Bradshaw (10), Lawson (26).
Rockets: Oehle (8), Schmidkunz (6), Watts (13), Grof, Franklin, Hicks (14), Allen (10), DiLeo (2), Durant, Gibbs (6), Mitchell (26).

 


 

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