Niners müssen in Aufstiegsfinale

Die Chemnitzer Zweitliga-Basketballer vergeben im Heimspiel und in Erfurt, die Möglichkeit in die Bundesliga aufzusteigen. Das entscheidende Spiel fünf in der Halbfinalserie gegen die Gotha Rockets findet am Mittwoch nicht in der Messehalle statt.

Erfurt. Rodrigo Pastore verschwand wutentbrannt hinter einem schwarzen Vorhang der Messe Erfurt und zog sich in die Kabine zurück. Der Trainer war nach der 74:78 (46:50)-Niederlage seiner Niners gegen die Gotha Rockets sichtlich bedient. "Kein Kommentar", sagte ein ebenfalls aufgebrachter Malte Ziegenhagen. Auch wenn es weder der Coach noch sein Schützling aussprachen: Was sie gestern auf die Palme brachte, war nicht schwer zu erraten. In einer engen und umkämpften Partie sorgten die Schiedsrichter für Unmut der Gäste.

Durch den Sieg glichen die Thüringer die Halbfinalserie aus. Je zwei Siege für die beiden Rivalen bedeuten, dass am Mittwoch um 19.30 Uhr in Chemnitz ein Entscheidungsspiel ansteht. Der Showdown um den Finaleinzug und den damit verbundenen Aufstieg in die erste Liga steigt anders als noch Spiel zwei nicht in der Arena, sondern in der Hartmannhalle. Das erklärten die Niners-Verantwortlichen noch in der Messe Erfurt.

Schon am Samstag hatten es die Chemnitzer in Spiel drei verpasst, vor 5263 Zuschauern in der ausverkauften Chemnitz-Arena in das Finale einzuziehen. Ein sichtlich nervöser Auftritt der Niners und ein überragend aufspielender Darrel Mitchell bei den Rockets (26 Punkte) führten zum 85:80-Erfolg der Thüringer.

In Erfurt starteten die Niners stark in die Partie. Die Abläufe im Angriff passten, defensiv hatte man die Gothaer Distanzschützen um Mitchell im Griff. Allein die offensiven Rebounds der Rockets - sieben in der ersten Halbzeit- machten den Gästen zu schaffen. Dennoch erspielten sich die Chemnitzer nach zehn Minuten einen 25:18-Vorsprung. Im zweiten Viertel wurde es hektischer, umstrittene Schiedsrichterentscheidungen, zahlreiche Fouls und Freiwürfe prägten das Spiel.

Wie schon in der dritten Partie tat das der unerfahrenen Mannschaft von Trainer Rodrigo Pastore nicht gut. Jonas Richter mit vier, aber auch Joe Lawson und Martin Seiferth mit drei Vergehen gerieten früh in Foulprobleme. Der 2,09 Meter große und bullige Robert Oehle war nicht nur wegen seiner zehn Punkte der Gothaer Schlüsselspieler: Der Center war mit seiner bloßen Masse defensiv wie offensiv präsent und provozierte viele Chemnitzer Vergehen.
"Ich will es zwar nicht weiter kommentieren, aber es ging über drei Viertel so", meinte Kapitän Michael Fleischmann zur Leistung der Unparteiischen. Die Rockets glichen im dritten Viertel aus und gingen sogar noch dank zwei später Dreier von Mitchell mit 50:46 in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel fanden die Niners durch erfolgreiche Dreipunktwürfe der US-Amerikaner Virgil Matthews und Chris Carter wieder zurück in die Spur. Mit nur einem Zähler Unterschied zugunsten der Gastgeber ging es in das Schlussviertel.

Für Richter war die Partie jedoch nach seinem fünften Foul vorzeitig beendet (34.), anderthalb Minuten vor der Schlusssirene erwischte es auch Ziegenhagen. In der letzten Minute hatten die Niners zwei Zähler Rückstand. Als die Uhr immer weiter herunterlief, schickten die Gäste die Thüringer an die Freiwurflinie, um Zeit zu sparen. Dort behielten Elijah Allen und David Hicks die Ruhe. Drei Treffer bei vier Versuchen reichten, um den Erfolg in trockene Tücher zu bringen.

Entmutigen ließen sich die Miners von der knappen Niederlage nicht. "Es ist nicht so, als ob wir in der Kabine geweint hätten", so Fleischmann. "Nun können wir unsere Heimstärke unter Beweis stellen." In der Hartmannhalle haben die Niners diese Saison nur drei Partien verloren, behielten dort auch im Entscheidungsspiel im Viertelfinale gegen Trier die Oberhand. "Wir werden am Mittwoch zeigen, wer in die Bundesliga gehört", machte Ziegenhagen eine klare Ansage.

Statistik Spiel drei:

Niners - Rockets 80:85 (38:43). Niners: Carter (13), Ziegenhagen (16), Matthews (10), Mixich (2), Richter, Seiferth, Fleischmann (3), Bradshaw (10), Lawson (26).
Spiel vier: Rockets - Niners 78:74 (50:46). Niners: Carter (13), Ziegenhagen (8), Matthews (16), Mixich, Richter (1), Seiferth (4), Fleischmann (14), Bradshaw, Lawson (15), Wess (3).

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