WM ohne Pauline Schäfer

Die Turnerin vom TuS Chemnitz-Altendorf sagte am Dienstag ihre Teilnahme für den Saisonhöhepunkt ab. Trotz Verletzung hatte sie bis zuletzt gehofft.

Frankfurt (Main).

Bittere Entscheidung für die Weltmeisterin: Seit Dienstag steht fest, dass Pauline Schäfer auf den Saisonhöhepunkt 2018, der vom 25. Oktober bis 3. November in Doha (Katar) stattfindet, verzichten muss und damit auch ihren Titel am Schwebebalken nicht verteidigen kann. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr (8. Oktober), war der Chemnitzerin im fernen Montreal sensationell der große Coup an ihrem Paradegerät gelungen. Zwölf Monate später erlebt sie nun mit der Absage einen Tiefpunkt in ihrer Karriere.

Seit Wochenbeginn absolviert sie gemeinsam mit den Auswahlgefährtinnen einen Vorbereitungslehrgang in Frankfurt (Main). Wegen einer Fußverletzung konnte sie seit rund vier Wochen aber nur eingeschränkt trainieren. Diese hatte sich Pauline Schäfer beim ersten Qualifikationswettkampf für die WM am 15. September in Stuttgart zugezogen. Nach einem gestreckten Doppelsalto war sie während ihrer Bodenkür unglücklich gelandet. Zuvor zeigte sie starke Auftritte am Stufenbarren und am Schwebebalken, trat vorsichtshalber aber zum Sprung nicht mehr an. Eine MRT-Untersuchung gab dahingehend Entwarnung, dass mit den Bändern und Sehnen alles in Ordnung war. Es wurde ein Knochenmarködem im Sprunggelenk diagnostiziert.

"Der Fuß von Pauline ist derzeit nicht in dem Zustand, um der Belastung einer WM standhalten zu können. Daher haben wir mit Blick auf die Gesundheit gemeinsam die Entscheidung gefällt, die Titelkämpfe in Doha abzusagen", begründete Bundestrainerin Ulla Koch in einer Pressemitteilung des Verbandes. Pauline Schäfer versuchte alles. Bei den Deutschen Meisterschaften vor zehn Tagen in Leipzig absolvierte sie mit stark getaptem Fuß zumindest ihre Übung am Stufenbarren. Sie patzte aber gleich mehrfach und verpasste so auch das Finale. "Es ist noch nicht vorbei. Ich hoffe, dass ich Schritt für Schritt wieder mehr machen kann", meinte sie damals noch voller Zuversicht. Die endgültige Nominierung für die WM sollte nach dem Länderkampf, der am Sonnabend in Rüsselsheim gegen Frankreich, Italien und die Schweiz auf dem Programm steht, vorgenommen werden. Bei diesem wollte Pauline Schäfer ihre letzte Chance nutzen. Doch auch in den Tagen seit der DM konnte sie nie so wie es eigentlich in der unmittelbaren Vorbereitung auf ein Topereignis notwendig ist, trainieren, besitzt beim Formaufbau enormen Rückstand.

Zudem wollte auch die Bundestrainerin schon in Richtung WM 2019 in Stuttgart kein zusätzliches Risiko eingehen. Denn diese Titelkämpfe vor heimischer Kulisse haben einen weitaus höheren Stellenwert: Jeweils nur die besten zwölf Mannschaften qualifizieren sich für Olympia 2020 in Tokio.

So wird voraussichtlich aus Chemnitz nur Sophie Scheder, die bereits das Ticket besitzt, zum deutschen Team in Doha gehören. Bei den Herren fällt Andreas Bretschneider bekanntlich wegen seines Achillessehnenrisses, den er sich bei der DM zugezogen hatte, aus. Ivan Rittschik besitzt nur noch eine Minichance, das endgültige Aufgebot steht noch aus.

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