Unbekannte bekennen sich zum Brandanschlag gegen Baufirma VSTR

Die Attacke richtete sich gegen das geplante Gefängnis in Zwickau, an dessen Fertigstellung die betroffene Baufirma beteiligt ist. Auch ein anderes Unternehmen wurde zum Ziel.

Rodewisch/Zwickau.

Im Internet ist ein Bekennerschreiben zum Brandanschlag auf die Baufirma VSTR in Rodewisch aufgetaucht. Es wurde am Mittwochnachmittag auf der Internetseite Indymedia veröffentlicht, auf der die linksextreme Szene gerne publiziert. Die unbekannten Täter wollten nach eigener Darstellung mit ihrer Tat gegen die geplante neue Justizvollzugsanstalt (JVA) in Zwickau vorgehen. VSTR ist an der Fertigstellung beteiligt - ebenso die Firma Hentschke Bau, auf deren Betriebsgelände in Bautzen ebenfalls in der Nacht zu Dienstag ein Feuer gelegt wurde.

"In den letzten Jahren konnten wir beobachten, wie das Thema Knast auch in der radikalen Linken zunehmender an Sichtbarkeit verliert", heißt es in dem Bekennerschreiben. "Mit diesen Beitrag wollen wir dem entgegentreten und die Existenz der Knäste und ihre Rolle in unserer Gesellschaft wieder mehr in das Bewusstsein der Menschen und unserer Gefährt*innen bringen." Sie hofften, mit den "Flammen all die zu wärmen, die in den kalten Mauern der Knäste verweilen".

Bei der Attacke auf das Betriebsgelände in Rodewisch waren vier Baufahrzeuge in Flammen aufgegangen. Bereits im Sommer gab es eine ähnliche Attacke: Damals waren auf der Baustelle der geplanten JVA sechs Baumaschinen zerstört worden. Auch damals gab es ein Bekennerschreiben, das sich gegen das Großgefängnis aussprach.

Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) sagte am Mittwoch in Dresden, dass er nicht davon ausgehe, dass die Brandanschläge die Fertigstellung der JVA gefährdeten. Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar gab an, dass man sich im Austausch mit den Baufirmen befinde.

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4Kommentare
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  • 3
    0
    KTreppil
    07.11.2019

    AFD hin oder her, kann nicht sein, dass Firmen wegen Sympathie oder Zugehörigkeit zu Parteien sabotiert werden. Neue Qualität, was man neuerdings von Meinungsfreiheit hält. Die dort arbeiten, sind auf ihre Einkünfte angewiesen und müssen im schlimmsten Fall nun um den Job bangen. Wen interessiert das da, ob AFD nun wieder Opfer ist...komische Argumentation.
    Wer gegen Gefängnisse ist, will wohl, dass Mörder, Vergewaltiger, Sittlichkeitsverbrecher an Kindern und andere Gewalttäter frei rum laufen? Meines Wissens sitzt auch Beate Zsch. in Sachsen ein, ...Gefährtin in den kalten Mauern? Noch komischere Argumentation von welcher Seite auch immer.
    Solange auf dieser einschlägigen linken Internetplattform vor allem linke Parolen gepostet werden, kann ich die Argumentation, dass da jeder was einstellen kann, nur als heraus reden sehen.
    Womit ich jetzt keine Vorverurteilungen vornehmen möchte.

  • 10
    1
    MuellerF
    07.11.2019

    Auch als selbst sehr weit links stehender Mensch muss ich zugeben, dass der "Kampf gegen Knäste" seit den Siebzigern fester Bestandteil linken Aktivismus' ist.
    Ich persönlich sehe in Gefängnissen dennoch leider eine Notwendigkeit.

  • 6
    10
    Blackadder
    07.11.2019

    @Echo1: ich habe gestern die Info gelesen, dass es sich bei dem betroffenen Bauunternehmer um einen AfD-Großspender aus Bautzen handelt. Vielleicht ist das ja der Hintergrund. Auch extrem blöd, weil das ja die AfD wieder zum Opfer macht.

  • 11
    4
    Echo1
    07.11.2019

    Kann das hier einer logisch nachvollziehen? Es ist leider so, dass Kriminelle aus Sicherheitsgründen weggesperrt werden müssen. Läuterung
    durch Strafe, damit sie dann den ordentlichen Weg in das freie Leben finden.
    Und deshalb gibt es Gefängnisse und
    müssen mal auch welche gebaut werden.
    Leider.
    Und deshalb Bagger anzünden?
    Und radikale Linken dazu auffordern mehr
    gegen Strafvollzug zu tun?
    Was sind denn das für Idioten?
    Linke sind das nie.
    In dieses Indymedia kann jeder irgendetwas hineinsetzen. Muss deshalb nicht stimmen.



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