Adorfer Jungs fahren mit dem Rad nach Marseille: Das haben sie alles erlebt

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1450 Kilometer haben fünf junge Obervogtländer auf zwei Reifen zurückgelegt. Am Tag haben sie über 100 Kilometer hinter sich gebracht. Wie kam es zu der Tour?

Adorf. Fünf Jungs aus Adorf und seinen Ortsteilen werden diesen Sommer nie vergessen. Er steht für das bisher größte Abenteuer ihres jungen Lebens. Oleg Hänig aus Leubetha, Bertram Knoche aus Gettengrün, Elias Werner aus Remtengrün sowie Adorfer Manuel Walz und Erik Goßler aus Adorf sind mit dem Fahrrad ans Mittelmeer gestrampelt. 1450 Kilometer von Adorf nach Marseille haben sie unter die Reifen genommen - eine Herausforderung.

Wie kam es zu dieser Mammuttour? Manuel Walz spricht nicht nur für sich: "Ich hatte schon Erfahrung, bin mit dem Rad schon mal zur Ostsee gefahren. Diesmal sollte es weiter gehen, zu einem Ort am Meer und wo es garantiert warm ist." Er und die auch Fahrrad-Verrückten Oleg, Erik, Bertram und Elias kennen sich, starten jetzt in die 12. Klasse am Gymnasium Markneukirchen, ticken auf einer Wellenlänge und fassten den Entschluss: Wir fahren nach Marseille und genießen dort eine Ferienwoche. Vorher zwei Wochen Fahrzeit bis zum Ziel - das war der Plan.

Adorf, Bayreuth, Heilbronn, Rastatt, bei Breisach ging es über die Grenze nach Frankreich, dann Lyon, Avignon und schließlich Marseille - so im Groben die Streckenführung. "Wir wollten uns keinen Stress machen, aber ungefähr 100 Kilometer am Tag schaffen. Das hat auch geklappt. Wir hatten immer Puffer eingerechnet und lagen gut in der Zeit", erzählt Oleg Hänig. Für die Nächte schlugen die Fünf ihre Zelte auf oder schliefen in Herbergen. In diesem Punkt gab es also keine Zwischenfälle.

In einem anderen schon, was speziell Manuel Walz garantiert nicht vergessen wird, worüber im Nachhinein alle schmunzeln können: "Ich habe einmal nicht aufgepasst, bin in Frankreich gegen ein Auto gefahren, das am Straßenrand stand - vor einer Versicherungsagentur. Die Windschutzscheibe war hin, aber mir ist zum Glück nichts passiert. Der Autofahrer hat kein großes Fass aufgemacht, blieb ganz entspannt und freundlich. Das hat uns sehr gewundert. Wer weiß, wie es in Deutschland ausgegangen wäre. Jedenfalls kann die Sache schnell geklärt werden, denn der Vater von Elias arbeitet bei einer Versicherung." Überhaupt war Manuel auf der Tour ein Unglücksrabe, hatte mehrmals einen Reifenschaden.

Marseille, 37 Grad, das azurblaue Mittelmeer - das Traumziel war nach 14 Tagen erreicht und die fünf Pedalritter genossen es, schonten die strapazierten Stellen am Po, entspannten sich, so wie sie es sich vorgenommen hatten. Was unterwegs an Gewicht spürbar verloren gegangen war, "das haben wir uns in der einen Woche wieder angefressen". Tja, und dann hieß es auch schon wieder Abschiednehmen. Für die Rückfahrt nahmen die Fünf den Zug.

Von Adorf nach Marseille mit dem Rad zu fahren - das hat Bertram, Manuel, Elias, Oleg und Erik Appetit auf mehr und eine Fortsetzung gemacht: "Wir werden garantiert wieder eine Tour unternehmen. Aber wann, in welcher Zusammensetzung und in welche Himmelsrichtung steht jetzt noch nicht fest. Wir werden sehen."

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