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Familie Hiller lädt zum Tischlern und Staunen ein

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Zum 90-jährigen Bestehen der Kürbitzer Tischlerei ist ein abwechslungsreiches Fest geplant. Neben der Vorstellung der Firmengeschichte, dürfen die Gäste auch selbst aktiv werden.

Kürbitz.

Seit 90 Jahren gibt es in Kürbitz bei Weischlitz die Tischlerei Hiller. Am 6. September 1932 gründete Fritz Hiller, der Vater des heutigen Seniors Wilhelm, das Unternehmen hinter dem Kürbitzer Friedhof. Am heutigen Freitag plant der Familienbetrieb eine große Feier mit seinen Kunden, Geschäftspartnern und allen Interessierten. Eine Ausstellung zur Firmengeschichte steht in eben jener Werkstatt, in der vor neun Jahrzehnten die ersten Arbeiten begannen.

Nach Lehrjahren in anderen Betrieben machte Fritz Hiller sich dort selbstständig und bot seine Dienstleistungen in der näheren Umgebung an. Nach dem Zweiten Weltkrieg, zu dem er als Dreißigjähriger eingezogen wurde, konnte er den Betrieb 1946 wieder aufnehmen. Sein Sohn Wilhelm begann mit 15 Jahren seine Ausbildung und übernahm, nach geleistetem Wehrdienst und absolvierter Meisterprüfung, 1978 die Leitung. Dessen Söhne wiederum stiegen ebenfalls nach absolviertem Schulabschluss ein. Sohn Daniel (37) erhielt bereits 2008 seinen Meisterbrief, Bruder Stefan (34) folgte zwei Jahre später. Während Wilhelm Hillers Frau Birgit die Büroarbeit erledigt, stehen die drei Männer der Familie in der Werkstatt oder sind zu Aufträgen unterwegs. Kern ihres Leistungsangebots ist der Möbelinnenausbau: "Dabei machen wir alles individuell nach Kundenwunsch. Keine Ecke und keine Dachschräge ist ein Problem", beschreibt Stefan Hiller die Arbeit seiner Familie. "Fenster und Türen machen wir auch, hier kennen wir uns auch mit den neusten Sicherheitsbeschlägen aus", so der Junior. Dafür mussten sie Lehrgänge des Landeskriminalamtes besuchen und ihr Wissen regelmäßig auffrischen, um von diesem auf der sogenannten Errichterliste geführt zu werden. Beim letzten Großprojekt stand wiederum der Denkmalschutz im Mittelpunkt: in Bad Elster sanierten Hillers 2021 die katholische Kirche St. Elisabeth. Als designierte Nachfolger konnten Daniel und Stefan Hiller dabei viel von ihrem Vater lernen, der bei der aufwendigen Restauration des Gotteshauses mit seiner Erfahrung punktete.

Eine besondere Nische besetzen die Kürbitzer mit der Intarsienschneiderei. Auch als Holzmosaik bekannt, werden damit Gebrauchs- und Ziergegenstände vom Küchentablett bis zum Wandschmuck versehen. "Das wird in der Ausbildung nur ganz kurz angeschnitten und war früher sogar ein eigenständiger Beruf", erklärt Stefan Hiller. Sein Vater habe aber auch auf diesem Gebiet sehr viel Erfahrung und sei schon 2004 bei einem internationalen Wettbewerb mit seinen Intarsien erfolgreich gewesen.

In der Kürbitzer Werkstatt wurde über die Jahre bereits ein Dutzend Lehrlinge ausgebildet. Derzeit beschäftige man aber keinen Auszubildenden. Während es im Handwerk grundsätzlich schwer scheint, geeigneten Nachwuchs zu finden, zeichnet sich bei Tischlereien derzeit der gegenläufige Trend ab: im Vogtland gab es zu Beginn des Ausbildungsjahres 37 Bewerber auf nur sechs Stellen. Alle seien schon vergeben, so die Agentur für Arbeit in Plauen.

Wer das Arbeiten mit Holz schon immer einmal probieren wollte, hat dazu bei der Jubiläumsfeier am Freitag ebenfalls Gelegenheit. Neben Vorführungen verschiedener Arbeitsschritte und der Ausstellung besonderer Arbeiten "kommen auch die kleinen und großen Handwerker nicht zu kurz", verspricht Stefan Hiller. Was genau er vorbereitet hat, wollte er aber nicht verraten.

Am heutigen Freitag lädt die Tischlerei Hiller Kunden, Geschäftspartner und alle Interessierten nach Kürbitz ein. Von 9 Uhr am Morgen bis in die Abendstunden freue man sich über viele Gäste in der Oberweischlitzer Straße 21.

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