Warum Oberländer um die lichte Höhe einer Brücke feilschen

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Um die Durchfahrtshöhe der Adorfer Bahnbrücke ist ein Streit entbrannt, seit ein Feuerwehrmann genau nachgemessen hat. Müssen Sattelzüge Richtung Markneukirchen ohne Not weite Umwege über Ministraßen fahren?

Adorf/Markneukirchen. Die Luft anhalten müssen oft die Anwohner von Schönlind, Oberem Berg oder anderer Bereiche von Markneukirchen: Es geht eng zu vor ihrer Haustür, häufig auch gefährlich. Über schmale Straßen quälen sich große Sattelzüge, gelotst durch Navis, die die Durchfahrt unter der Brücke der B 283 in Adorf als für diese Fahrzeuge zu niedrig angeben. Dass andere Straßen für Sattelzüge erst recht ungeeignet sind, bleibt außen vor.

Der Ärger der Anlieger hat mehrfach Stadtrat Matthias Männel (FDP) erreicht. Der langjährige Stadtwehrleiter, durch gefährliche Situationen mit Brummis als Feuerwehrmann im Bilde, wollte es genau wissen und vermaß die Brücke. "Es sind 4,25 Meter an der tiefsten Stelle. Die Brücke ist problemlos zu durchfahren", sagt Männel und fordert vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), entweder selbst die Brücke neu zu vermessen oder die Ausschilderung zu ändern - hier stehen 3,80, 3,90 (Seiten) und 4 Meter (Mitte).

Doch das Straßenbauamt sieht keinerlei Handlungsbedarf. "Eine neue Vermessung durch das Lasuv ist nicht notwendig, da das reguläre Unterfahren der Brücke möglich ist. Die Beschilderung 4 Meter bedeutet, dass alle normal-zugelassenen Fahrzeuge das Bauwerk unterfahren dürfen", betont Sprecherin Rosalie Stephan. Zur angegebenen Beschilderung kommt der "Bewegungsspielraum", geht sie auf Männels Messung. "Die Höhe unter dem Bauwerk muss größer als vier Meter sein, um die Durchfahrt überhaupt zu ermöglichen", betont Stephan. Fahrzeuge, die nicht durchpassen, seien keinesfalls die Regel. "Es kann ausnahmsweise sein, dass Sattelzüge, die höher als vier Meter sind, auf andere Straßen ausweichen müssen."

Doch Männel lässt nicht locker: Kaputte Straßen, gefährliche Begegnungen durch Sattelauflieger im Gegenverkehr, wo kaum Laster und Pkw nebeneinander vorbei passen, dazu zehn Kilometer Umweg pro Strecke. Dem Lasuv allein mit der Brückendurchfahrtshöhe zu kommen, sieht Frank Silling von der Bauverwaltung im Rathaus als kaum erfolgversprechend an. "Wir haben sie schon dreimal angeschrieben - falls wir nix Neues bringen, brauchen wir da nicht hinschreiben. Das Ergebnis heißt, es wurde ordentlich gemessen - und das sollen wir als Kommune auch den Bürgern so weitergeben", fasste Silling die Antwort des Lasuv zusammen. Alles rechtens, so habe auch der zu Rate gezogene Straßenmeister befunden.

Auf Anregung von Bürgermeister Andreas Rubner (parteilos) soll Matthias Männel nun konkrete Fakten zu Problemen, Unfällen, Einsätzen im Zusammenhang mit Sattelzügen auf der Brücken-Umfahrungsstrecke zusammenstellen. In Adorf übrigens ist die Brücke kein Problem, so Stadtbaumeister Mario Beine auf Anfrage: Alle Firmen, die per Sattelzug angeliefert werden, liegen aus Richtung A 72/B 92 vor der Brücke.

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