Fünf Frauen sammeln ein, was andere achtlos wegwerfen

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Bei einer speziellen Wanderung auf dem Radweg Falkenstein - Oelsnitz in Höhe Siebenhitz hat eine fünfköpfige Gruppe jetzt allerhand wegstecken müssen.

Siebenhitz. Zwei Stunden sind Silvia Heinrich und ihre vier Mitstreiterinnen ausgeschwärmt. Am Ende der Wandertour war die Strecke blitzsauber. Denn die kleine Gruppe hatte sich für Sonntagvormittag mehr als eine schlichte Wanderung vorgenommen: Beim Frischlufttanken sollte sämtlicher Müll eingesackt werden, den andere achtlos oder bewusst in der Natur entsorgten. Anfang und Ende war der Parkplatz neben dem Imbiss an der B 169 in Siebenhitz, Ziel ein Abschnitt des Radweges Falkenstein - Oelsnitz an der ehemaligen Bahntrasse. "An einigen Stellen liegt immer viel rum", sagte Organisatorin Silvia Heinrich.

Manche Funde waren alte Bekannte: Zigarettenstummel und -schachteln, Einwegverpackungen, Papierabfälle, Tüten, Plastikflaschen und solche aus Glas, intakt oder zerbrochen. Während der zwei Wanderstunden stießen die Frauen obendrein auf Pflanzkübel, Plastik-Buchsbaum , Püppchen, Eimer, halb verwitterte Betonklumpen und sogar Asbest-Platten. Deren fachgerechte Entsorgung durch das Landratsamt Vogtlandkreis leitete Silvia Heinrich am Montag in die Wege.

Die Oberlauterbacherin hat ein Herz für die Natur und begibt sich öfter auf Sammeltouren, üblicherweise mit dem Rad. "Vor einer Woche war ich mit meiner Enkelin und ihrer Freundin auf der Waldautobahn unterwegs", erzählte sie. Das ist zwar die kürzeste Verbindung zwischen Schönau und Zobes, allerdings keine offizielle Straße. Beim Müllsammeln haben sie jene Freundin und ein Adorfer mit gleichem Anliegen auf die Idee gebracht, einen Aufruf zu starten und mehr Menschen ins Boot zu holen. Gleichgesinnte fand Silvia Heinrich in der Familie und im Freundeskreis. Bei der einmaligen gemeinschaftlichen Wanderung wird es wahrscheinlich nicht bleiben. Schon vor dem Start signalisierten die Frauen Interesse an einer Wiederholung. "Wir haben uns vernetzt und werden dann weitersehen", fasste Silvia Heinrich zusammen. "Man kann hier lang gehen, und eine Woche später liegt trotzdem wieder was da."

Längst hat sich Silvia Heinrich informiert, wie lange die Natur benötigt, diverse menschlichen Hinterlassenschaften zu "verdauen". Bei Papiertaschentüchern seien das ein bis fünf Jahre, berichtete sie. Je nach Material und Witterung. Reifen würden nach etwa 5000 Jahren verrotten. Bei Plastikflaschen reiche die Zeitspanne von 100 bis 5000 Jahre. Ein Bündel Altpapier bringe es auf 200 bis 400 Jahre, nannte sie Beispiele.

Beim Müllsammeln dachten Silvia Heinrich und ihre Mitstreiterinnen vor allem an die Zukunft. "Wir wollen für unsere Kinder und Enkel eine bessere Welt", betonte sie. Und es sei "eigentlich ganz einfach und bequem", Sondermüll bei der Kreisabfallentsorgung abzugeben. Die befindet sich ein paar Hundert Meter entfernt vom Siebenhitzer Radweg-Einstieg. Mut machten indes Reaktionen unterwegs angetroffener Wegenutzer: "Einige Radfahrer haben sich bei uns bedankt."

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