Irritationen: Trägt Polizist Flyer von Nazi-Partei?

Der Dritte Weg kontra Runder Tisch: Einsatz in der Plauener Innenstadt

Plauen.

Eine Wahlwerbeveranstaltung der rechtsextremistischen Partei Der Dritte Weg und ein vom Runden Tisch organisierter Protest gegen diesen Aufmarsch sind am Samstagvormittag in der Plauener Innenstadt weitgehend friedlich, wenn auch nicht reibungslos verlaufen. Ein Aufgebot der Polizei zeigte unter Führung von Einsatzleiter Kay Voigt aus dem Polizeirevier Plauen im Bereich Klostermarkt und Rathausstraße Präsenz. Vertreter der Stadt Plauen und des Vogtlandkreises waren ebenfalls vor Ort. Die Teilnehmerzahlen wurden auf 110 beim Dritten Weg und 40 aufseiten des Runden Tisches geschätzt.
Wer in den Dunstkreis der Nazi-Demo geriet, wurde darauf angesprochen, im Einwohnermeldeamt seine Unterstützungsunterschrift zu leisten, um dem Dritten Weg die Teilnahme an den Kommunalwahlen zu ermöglichen. Polizisten standen am Eingang der Behörde und agierten dort sozusagen als Einlass.
Auf dem Klostermarkt stachelte der Neonazi und Kameradschaftsaktivist Tony Gentsch als Redner mit ausländerfeindlichen Parolen, offener Verachtung für Parteien der Mitte und des linken Spektrums sowie der Medien die Mitglieder und Sympathisanten seiner Partei auf. Das zeigte Wirkung. Mehrere Teilnehmer der Demo provozierten im Anschluss und pöbelten Teilnehmer der Gegenveranstaltung an. Die Polizei wirkte deeskalierend.
Dem Aufruf des Runden Tisches waren Akteure der Aktion "Nie wieder Faschismus" und mehrere Stadträte gefolgt. Die Polizei forderte sie auf, die Lautstärke ihres Megafons zu drosseln. Ulrike Liebscher vom Runden Tisch nannte es befremdlich, dass die Polizei den Abmarsch der Nazi-Demo-Teilnehmer durch das Versammlungsgelände des Runden Tisches zugelassen habe. Der Dritte Weg durchquerte mit Transparenten auch die Stadtgalerie. Pascal von Knoche von der "Nie wieder"-Aktion kritisierte, dass ein Polizist einen Flyer vom Dritten Weg halb in der Hosentasche trug, sodass er ihn offen zur Schau gestellt habe. Nazis werde so "symbolisch der rote Teppich ausgerollt". Die "Freie Presse" hat dazu eine Anfrage an die Polizeidirektion Zwickau gestellt. (ur)
 

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