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Jungzüchter führen ihre schönsten Tiere vor

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Mit Feuereifer und hochkonzentriert sind die Kinder dabei, wenn sie mit ihrem Kälbchen im Ring laufen. Dabei geht es um Harmonie. Bei dem Vorführwettbewerb sind aber auch noch andere Qualitäten gefragt.

Pöhl.

Kurzentschlossen hatte der Jungzüchterclub Vogtland am Sonntag zum Vorführwettbewerb nach Neudörfel eingeladen. Ursprünglich sollte die Veranstaltung coronabedingt ausfallen. Doch nun waren die Vogtländer die ersten in Sachsen, die nach langer Zwangspause wieder Kinder und Kälber für einen Wettbewerb zusammengerufen hatten.

"Die Vorbereitungszeit war zwar ein bisschen knapp, aber mit den Kälbern fangen die jungen Vorführer sowieso meist erst drei bis vier Wochen vor dem Termin mit dem Üben an", erklärte Manuela Schleßinger, die Vereinsvorsitzende. Bei dem Wettbewerb kommt es darauf an, dass Kinder und Jugendliche zeigen, wie gut sie mit einem Kalb umgehen können. "Bei der Präsentation ist Ruhe und Gelassenheit wichtig", nennt Kathlen Nieghorn, die Vorsitzend des Vogtländischen Rinderzuchtvereins, die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme. Über den Sieg entscheide dann oft die Tagesform. Kinder aus landwirtschaftlich geprägten Familien haben nicht unbedingt Heimvorteile. Das zeigte der diesjährige Wettbewerb. Die achtjährige Ida Zimmermann, deren Eltern gar keine Kühe halten, holte sich in der ersten Vorführrunde in ihrer Altersklasse genauso einen ersten Platz wie Schulfreund Franz Nieghorn, der in einem Landwirtschaftsbetrieb aufwächst. Ida schaffte es dann in der Gesamtbewertung der Jugendklasse sogar noch vor Schulfreund Franz auf Platz eins. Die beiden Kinder hatten sich auf dem Hof von Franz' Eltern, dem Familienbetrieb Nieghorn aus Mühltroff, gemeinsam auf den Wettbewerb vorbereitet.

Auch die fünfjährige Mirijam Eichler aus Heinsdorfergrund hat Zuhause keine Kühe im Stall stehen. Sie führte ein Kalb der Agrargenossenschaft Reichenbach vor. Mutter Annabell Eichler: "Meine beste Freundin arbeitet in der Milchviehanlage in Rotschau. So entstand die Idee, Mirijam für den Wettbewerb anzumelden. Mit Mirijam haben wir drei Mal wöchentlich geübt." Für die Kleine, die in der Altersklasse der Fünf- bis Sechsjährigen den ersten Platz gewann, war es die erste Teilnahme am Wettbewerb.

Den Gesamtsieg in der Runde der älteren Teilnehmer - das sind die Altersgruppen von 9 bis 27 Jahren - holte sich die 24-jährige Nicole Modlich aus Meerane mit einer anderthalbjährigen Jungkuh. Gestartet waren insgesamt 37 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, eingeteilt in sieben Altersklassen, mit 48 Kälbern und Kühen.

Bei den Startnummern jenseits der Nummer 37 traten die Kühe in einem Schönheitswettbewerb an. Auch sie waren in Altersklassen eingeteilt. "Die Kühe gehören den Züchtern. Bei der Auswahl geht es nicht um die Milchleistung, sondern um die gesamte Erscheinung. Aber es ist nun einmal so, dass Kühe mit einer harmonischen Gesamterscheinung, einem guten Fundament und Euter auch die meiste Milch geben", erklärt Kathlen Nieghorn.

Die schönste Kuh des Vogtlandes heißt in diesem Jahr Havel. Sie ist vier Jahre alt und hat bereits zwei Kälber geboren. Kerstin Döhler vom gleichnamigen Betrieb aus Steinberg ist die Besitzerin.

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