Kommunalwahl: Die wichtigsten Ergebnisse aus dem Vogtland

Im Vogtland sind am Sonntag die Stadt- und Gemeinderäte gewählt worden. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Plauen: In der größten Stadt des Vogtlands muss die CDU herbe Verluste hinnehmen. Sie wird zwar mit 23,69 Prozent erneut stärkste Kraft im Plauener Stadtrat, verliert jedoch im zweistelligen Prozentbereich. Als zweitstärkste Kraft schaffte es auf Anhieb die AfD (19,98 Prozent) in das Gremium - sie war zum ersten Mal in Plauen zur Stadtratswahl angetreten. SPD(14,02) und Linke (14,49) verlieren im Vergleich zur Kommunalwahl 2014 und lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die drittstärkste Kraft. Gewinne erzielten FDP (9,94 Prozent) und Grüne (8,6 Prozent), die Initiative Plauen hält mit 5,43 Prozent das Niveau von 2014. Neu im Plauener Stadtrat vertreten ist die rechtsextremistische Partei Der Dritte Weg (3,84 Prozent). Im Plauener Umland dominieren indes Wählervereinigungen die Gemeinderäte. Klassische Volksparteien sind weiter auf dem Rückzug - so war die CDU in nur noch drei Kommunen angetreten.


Schöneck: politisches Erdbeben auf dem "Balkon des Vogtlands". Die einstige CDU-Hochburg geht an die Freien Wähler, die sogar die absolute Mehrheit der Sitze im neuen Stadtrat erringen. Die CDU stürzte um fast 22 Prozentpunkte ab.

Bad Brambach: Erdrutsch-Verlust für die CDU von 81,8 auf 28,0 Prozent. Die Christdemokraten sind damit nur noch zweitstärkste Kraft hinter den Freien Wählern, die 35,7 Prozent und damit fünf Sitze erringen. Bei der CDU fliegen aktuelle Gemeinderäte raus, darunter auch der Bürgermeisterkandidat von 2018, Jürgen Lenk. Der langjährige Gemeinderat Bernhard Langnau, bislang für die SPD im Rat, konnte mit der Vereinigung "Zukunft für Bad Brambach" kein Mandat erringen.

Oelsnitz: Drei starke Kräfte jenseits der 20 Prozent bilden den Kern des neuen Oelsnitzer Stadtrates. Die CDU verliert, bleibt aber stärkste Kraft. Die Freie Oelsnitzer Bürgerschaft kommt bei ihrer Premiere auf Platz zwei und erringt sechs Sitze. Die FOB übertrifft damit ihre eigene Zielstellung. Die Wählervereinigung hatte mit 17 die meisten Kandidaten ins Rennen geschickt. Dritte wird die AfD. Sie zieht mit fünf Mandaten in den Rat ein.

Klingenthal: Die Wählervereinigungen Pro Klingenthal und die Freie Wählergemeinschaft haben in der Wählergunst der Klingenthaler deutlich zugelegt. Pro Klingenthal gewann einen, die Freie Wählergemeinschaft zwei Sitze hinzu. Die CDU bleibt stärkste Kraft, büßte jedoch zwei Ratssitze ein.

Adorf: Erstmals gewinnen die Freien Wähler die Stadtratswahl in Adorf. Sie erringen sieben Sitze - bisher waren es vier. Die CDU verlor zwei Sitze und ist mit sechs Mandaten im Stadtrat vertreten. Die SPD verliert ein Mandat.

Bad Elster: Großer Gewinner ist die Unabhängige Bürgerschaft, die ihr Ergebnis deutlich ausbauen konnte und drei Sitze hinzugewann. Verlierer sind die Freien Wähler. Die CDU bleibt mit drei Sitzen im Stadtrat - und hatte sich mehr erhofft. Auffällig: Dieter Heyne, bei der letzten Kommunalwahl Vize-Stimmenkönig auf Liste der Linken, verfehlte auf der CDU-Liste den Einzug in den Stadtrat.

Muldenhammer: Die Freien Wähler haben ihre Spitzenposition weiter ausgebaut und drei Sitze hinzugewonnen. Großer Verlierer ist die CDU, die die Anzahl ihrer Sitze von vier auf zwei halbierte. Einzelkandidat René Pöhland, der vor fünf Jahren sogar zwei Sitze errang, verfehlte den Einzug in den Gemeinderat.

Eichigt: Unspektakulär ging die Wahl in Eichigt aus. Die "Bürger für Eichigt" als neue Kraft mit Kandidaten der nicht mehr in Eichigt vertretenen CDU errang 72,2 Prozent und in etwa so viel wie früher die Union.

Bösenbrunn: Drei relativ starke Wählervereinigungen dominieren den Gemeinderat von Bösenbrunn. Die Action gemeinsame Liste Bösenbrunn hat die Nase vorn. Mühlental: Leichte Veränderungen gibt es im Gemeinderat Mühlental. Die Mühlentalfreunde verlieren einen Sitz - Arndt Doll schaffte den Einzug in den Gemeinderat nicht. Die Wählervereinigung Tirschendorf gewann einen Sitz hinzu.

Tirpersdorf: Keine Veränderungen nach Liste gibt es im Gemeinderat Tirpersdorf. Ulrike Liebscher, einzige Kandidatin von Bündnis 90/Grüne im oberen Vogtland, schaffte den Einzug in den Rat nicht.

Triebel: Die Freien Wähler konnten ihre starke Stellung im Gemeinderat weiter ausbauen. Sie dominieren mit zehn Sitzen den neuen Gemeinderat klar.

Auerbach: Oberbürgermeister Manfred Deckert (parteilos) persönlich übernahm in Auerbach die Präsentation der Ergebnisse auf eine große Projektionsfläche. Als Folge der gestiegenen Wahlbeteiligung hatten sich tagsüber zeitweise sogar Warteschlagen vor Wahllokalen gebildet. In Rebesgrün dauerte es kurz vor der Mittagszeit fast eine halbe Stunde, bis man alle vier Abstimmungen - Europawahl, Kreistags-, Stadt- und Ortschaftsrat-Wahl - erledigen konnte, berichteten Augenzeugen. Wartezeiten wurden auch aus den Wahllokalen in Reumtengrün und aus Hinterhain gemeldet. Im Auerbacher Stadtrat wurde die CDU mit 35,4 Prozent der Stimmen stärkste Kraft, es folgten AfD (19,2 Prozent), Linke (13,5 Prozent) und SPD (11,4).

Ellefeld: Die Gemeinde war vogtlandweit die erste, die die Kommunalwahl ausgezählt hatte. Die Unabhängige Liste für Ellefeld (ULE) konnte mehr als zehn Prozentpunkte zulegen. Daraus ergibt sich eine Besonderheit: Nach der Sitzverteilung erhält die ULE einen Sitz mehr, als sie Bewerber auf der Liste hat. Damit bleibt ein Sitz unbesetzt.

Steinberg: In Steinberg verliert die CDU zweistellig und rutscht von 65,5 Prozent auf 54,5 Prozent ab. Gewinner sind die Freien Wähler.

Rodewisch: Die CDU-Bürgermeisterkandidatin zieht ihre Partei mit und beschert ihr Stimmengewinne. SPD, Linke und DSU verlieren. Mit Wolfgang Diener kehrt ein Mann in den Rat zurück, der schon einmal für die DSU im Stadtrat saß, aber künftig für die AfD Politik machen will.

Werda: Die CDU - einst am Eimberg eine Macht - spielt dort keine Rolle mehr. Stattdessen bestimmen künftig alte und neue Wählervereinigungen die Kommunalpolitik. Die Freien Wähler Am Eimberg konnten ihren Stimmenanteil mehr als verdoppeln und stellen künftig die stärkste Gruppierung im Rat.

Treuen: An der Treba sind künftig Freie Wähler und CDU mit je sieben Sitzen im Rat vertreten. FWTL legten zu, die CDU verlor. Zulegen konnten auch die DSU, die künftig drei statt zwei Stadträte stellt, sowie die FDP, für die Michael Schulze nicht länger Einzelkämpfer ist.

Reichenbach: In Reichenbach deutet sich ein Kuriosum an. Dass die AfD bei der Europawahl hier gegenüber 2014 mehr als 14 Prozentpunkte zulegte, schlägt sich auch bei der Stadtratswahl nieder. Bis Redaktionsschluss waren 16 von 22 Stimmbezirken ausgezählt. Nach diesem Zwischenstand würde der einzige angetretene AfD-Kandidat auf sich so viele Stimmen vereinen, dass es für die AfD zu vier Sitzen reichen würde. Damit blieben drei der 26 Plätze im Stadtrat unbesetzt.

Heinsdorfergrund: In Heinsdorfergrund bleibt die Freie Wählergemeinschaft Heinsdorfergrund stärkste Kraft, verliert aber einen Sitz und landet bei nunmehr acht. Die CDU - Offene Liste stellt wie bisher drei Gemeinderatsmitglieder. Der eine angetretene Kandidat der AfD holte einen der zwölf Sitze.

Neumark: In Neumark büßen die CDU 19,6 Prozentpunkte und die FDP 15,6 Prozentpunkte ein. Das liegt an den Unabhängigen Wählern, die aus dem Stand auf 25,5 Prozent kamen. Die Liberalen bleiben aber mit 27,3 Prozent knapp vorn, die CDU liegt bei 24,7 Prozent. Die SPD kommt auf 11,1 Prozent. Die Linke sowie Pro Neumark, Reuth Schönbach schaffen es nicht auf zweistellige Werte.

Limbach: In Limbach hat die Freie Wählervereinigung, die schon bisher die stärkste Kraft war, noch einmal um 21,2 Prozentpunkte zugelegt und liegt nun bei 78,6 Prozent. Die CDU verliert 20,1 Prozentpunkte und verbucht nur noch 13,1 Prozent. Die SPD landet nach leichten Verlusten mit 8,1 Prozent auf Platz 3. (nd)

 

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