Kritik nach Kämpf-Wahl: AfD-Chef kontert

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Gerald Schumann: Nicht unsere Fraktion an den Pranger stellen

Plauen.

Die Wahl von Tobias Kämpf (CDU) zum neuen Plauener Kulturbürgermeister in der vergangenen Woche hat ein Fingerhakeln zwischen den Stadtrats-Fraktionen von AfD und Die Linke ausgelöst.

Kämpf hatte sich am Dienstag im Stadtrat bei der Stichwahl mit 22 zu 14 Stimmen gegen Mitbewerberin Nicole Laurinat durchgesetzt. Im ersten Wahlgang hatte er noch mit 13 zu 14 Stimmen hinter ihr gelegen. Weil Kämpf unter anderem dank Stimmen aus der AfD-Fraktion am Ende die deutliche Mehrheit für sich verbuchen konnte, hatte Claudia Hänsel, Chefin der Linksfraktion, im Anschluss scharfe Kritik geübt: "Unglaublich, dass die AfD als Protest-Tiger losgesprungen und als CDU-Bettvorleger gelandet ist."

Doch das will die AfD nun nicht auf sich sitzen lassen. "Bei 36 stimmberechtigten Mitgliedern des Stadtrates, einschließlich Oberbürgermeister, muss Herr Kämpf auch von mehreren Stadtratsmitgliedern aus anderen Fraktionen das eindeutige Votum erhalten haben", erklärte Fraktionsvorsitzender Gerald Schumann. Und er kontert mit der Frage: "Was wäre, wenn mit Stimmen der AfD die gewünschte Kandidatin die Wahl gewonnen hätte, wäre die Wahl dann genehm?"

Die AfD habe sich bei der Stichwahl mehrheitlich bewusst für Tobias Kämpf entschieden - wegen seiner größeren Kompetenz in dem zu leitenden Geschäftsbereich sowie in der Zusammenarbeit mit Stadtrat und Verwaltung. "Dabei sind Parteizugehörigkeit und geschlechterspezifische Quoten für uns keine vorrangigen Wertungskriterien." Für die Fraktion zähle nur die geleistete Arbeit zum Wohle der Stadt.

Hänsels Kritik an der AfD bezeichnet Schumann als "nicht seriös", sie entspreche nicht der Realität. "Es war nie Absicht und Ziel unserer Fraktion als 'Protest-Tiger' loszuspringen, sondern durch sachorientierte Kommunalpolitik die Interessen unserer Wähler zu vertreten", so Schumann. Die Äußerung von Hänsel bezeichnet er als "verbalen Fehlschlag", die Linken sollten das Wahlergebnis akzeptieren und "nicht unsere Fraktion für den eigenen Misserfolg an den Pranger" stellen.

Das könnte Sie auch interessieren

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.