Lessing-Gymnasiasten erhalten den Sächsischen Schulpreis

Ein Projekt, das den Teamgeist stärkt, Wissen über Finanzen vermittelt und Zensuren in die Höhe schnellen lässt, wurde jetzt mit 2500 Euro belohnt: die "Notenretter".

Plauen.

Wenn der alte Lessing das wüsste! Er wäre sicher stolz auf seine "Notenretter". Deren Fleiß - ob von Seiten der etwas Lernschwächeren, der Mentoren oder der unterstützenden Lehrer - ist jetzt belohnt worden. Am Dienstagnachmittag erhielt die erste ostdeutsche Schülergenossenschaft den Sächsischen Schulpreis in der Kategorie Gymnasium. 2500 Euro flossen dafür vom Dresdner Kultusministerium. In dessen Auftrag überreichten Heike Schulze, Katrin Beyer und Evelyn Kleiner vom Landesamt für Schule und Bildung einen Scheck und eine Tafel, die an der Bildungseinrichtung angebracht werden soll.

Doch bevor die Damen aus Leipzig, Radebeul und Zwickau die Reise nach Plauen antraten, hatten sie die Qual der Wahl. Bei dem alle zwei Jahre ausgelobten Wettbewerb, der heuer zum fünften Mal stattfindet, werden nämlich stets gute Ideen in die Waagschale geworfen. Doch diesmal fiel die Entscheidung etwas leichter, denn, so Beyer in ihrer Laudatio: "Uns beeindruckte besonders die Professionalität des Projekts."
Zu verdanken ist diese dem Engagement der mehr als 20 Mentoren- und ihrer Vorstandsvorsitzenden Luisa Baumgärtner. Als "Lessings Notenretter" 2017 starteten, besuchte sie die 8. Klasse, war geradezu ein Küken. Mittlerweile steht das Abitur an. Danach soll es bei der Jößnitzerin beruflich aber nicht etwa in Richtung Lehramt, sondern zum Psychologie-Studium gehen. Abwegig ist das nicht. Getröstet hat die Zwölftklässlerin schließlich schon öfters, etwa wenn das erhoffte, sofortige Erfolgserlebnis ausblieb. Meist aber verbesserten sich die Zensuren tatsächlich spürbar. So wie bei Anne aus der Klasse 7: "In der letzten Mathearbeit habe ich eine 1 geschrieben", freute sie sich.

Vorbehalte seitens der Lehrer gegenüber der Schülernachhilfe würde es manchmal geben, so Pädagogin Ina Fellgiebel auf Nachfrage. Ihr selbst sei jedoch noch nie jemand abweisend begegnet, schilderte die junge Firmenchefin Baumgärtner. Sie lässt sich Rückmeldungen von den Eltern geben. Diese zahlen für das Coaching einen monatlichen Betrag. "Das ist beispielhaftes Qualitätsmanagement", lobte Plauens Bildungsbürgermeister Steffen Zenner (CDU). Ihm sei neben dem Erlangen von betriebswirtschaftlichem Wissen der solidarische Aspekt des Projektes sehr sympathisch, sagte Schulleiter Frank-Maik Richter.

Das gewonnene Geld soll nun in den Finanzkreislauf der Genossenschaft fließen. Lehrmaterialien sollen davon zum Beispiel bezahlt oder auch Drucker gewartet werden. Für die von der Volksbank Vogtland-Saale Orla zur Verfügung gestellten Laptops müsse zudem Software angeschafft werden. Sein Kreditinstitut sei Ideengeber des Projektes gewesen, so Volksbank-Vorstandsmitglied Andreas Hostalka. Daraus hat sich eine Institution entwickelt, bei der Teamgeist an erster Stelle steht.

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.