Neue Ausstellung: Das Leuchten der Bilder aus der Tiefe

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Bis Oktober stellt der Maler und Grafiker Peter Geist aus Göpfersdorf in Plauen aus. Zur Eröffnung wurde klar, woher er Inspiration für seine Arbeiten nimmt.

Plauen.

Wer Bildende Kunst in der Stadt sehen will, für den ist die Galerie des Bundes Bildender Künstler Vogtland (BBKV) eine gute Adresse. Im Hause Bärenstraße 4 finden Kunstfreunde nicht nur Arbeiten von vogtländischen Künstlerinnen und Künstlern, sondern auch von deren Kolleginnen und Kollegen aus anderen Regionen. Dazu gehört der seit Freitag ausstellende Peter Geist aus dem thüringischen Göpfersdorf. Er hatte zur Ausstellungseröffnung nicht nur zahlreiche seiner Arbeiten, sondern auch einen seiner besten Freunde mitgebracht - Siegfried Otto-Hüttengrund.

Der Maler und Grafiker Siegfried Otto-Hüttengrund aus Hermsdorf hielt die Laudatio, denn die beiden pflegen eine 30-jährige Freundschaft und haben einiges gemeinsam: Ihre gemeinsame Heimatstadt Hohenstein-Ernstthal verbindet sie auf besondere Weise. Siegfried Otto-Hüttengrund kam dort 1951 zur Welt, Peter Geist im Jahre 1956. "Wir hatten beide denselben Arzt, der uns auf die Welt gebracht hat", verriet der Mann aus Hermsdorf. Er gewährte den zahlreichen Besuchern der Vernissage einen Einblick in die Bilderwelt von Peter Geist. Der finde seinen künstlerischen Anregungen in der Weltgeschichte, der Menschheitsgeschichte und auch in Romanen, ließ der Laudator wissen. Dabei gehe es nicht um Faktenwissen und Gewissheiten. In neueren Bildern erblicke der Betrachter "ins Bild gezwängte Menschenköpfe". Kreisförmig in mehreren Schichten in einem Ohr übereinander angehäufte Köpfe zeigt etwa das Bild "Das große Totenohr" aus dem Jahr 2017. Es ist wie fast alle ausgestellten Blätter in Mischtechnik angefertigt worden.

Peter Geist verbindet Figürliches, Symbolik und Schrift zu einer eigenwilligen Symbiose, kann man in den Göpfersdorfer Kunstblättern nachlesen, die im Internet von einem Kunsthandel zitiert werden. Der Meister nutze Texte, die er als Gestaltungsmittel in seine Arbeiten einfließen lasse - Texte von Schriftstellern, denen er in seiner Jugend verbunden gewesen sei. Der in der Ausstellung zitierte Journalist und Verleger Matthias Zwarg schreibt über die Kunst des Malers: "Peter Geists Bilder leuchten aus der Tiefe, das Rot der Liebe, des Feuers, das Rot der Revolution im Kopf und auf der Straße." Alles was sich aus Farben mischen lasse, ergebe "ein Weltbild, ein Bild von der Welt, eine Bilderwelt".

Peter Geist hat von 1977 bis 1982 ein Hochschulstudium der Textiltechnologie absolviert und ab 1982 als Textildesigner gearbeitet. In der Zwischenzeit bestritt er zahlreiche Ausstellungen - unter anderem in Chemnitz, Leipzig und Dresden. Er gründete 1999 zusammen mit dem Maler und Grafiker Kurt Pesl aus Weida und Eberhard Dietzsch aus Gera ein Symposium zur Pflege der Handzeichnung zwischen Sachsen und Thüringen. Ab dem Jahr 2000 begann er auch als Holzbildhauer zu arbeiten. 2002 bekam er einen Anerkennungspreis in der Reihe "100 Sächsische Grafiken". Studienreisen führten ihn nach Mali und Senegal.

Die Ausstellung "Peter Geist - Eine Bilderwelt" ist bis 21. Oktober in der Galerie des Bundes Bildender Künstler, Bärenstraße 4, jeweils freitags von 14 bis 18 Uhr und Samstag von 13 bis 17 Uhr zu sehen. Weitere Arbeiten von Peter Geist sind parallel auch im Vogtlandtheater zu den Öffnungszeiten der Theaterkasse ausgestellt.

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