Neue Bereitschaftspraxen im Vogtland: Was Patienten jetzt wissen müssen

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Seit dem 1. Oktober gilt ein neues medizinisches Bereitschaftssystem im Vogtlandkreis. Für nicht-mobile Patienten sind Hausbesuche möglich.

Wer an Wochenenden oder Feiertagen bei nicht-lebensbedrohlichen Erkrankungen einen Arzt benötigt, muss seit Freitag eine von zwei Bereitschaftspraxen im Vogtland aufsuchen. Die "Freie Presse" beantwortet wichtige Fragen dazu.

Wo finde ich die Bereitschaftspraxen?

Eine Portalpraxis befindet sich auf dem Gelände des Plauener Helios-Klinikums, Röntgenstraße 2. Dort werden Erwachsene und auch Kinder behandelt. Die Bereitschaftspraxis ist im Haus 5 untergebracht, der Zugang erfolgt über Haus 4 (Öffnungszeiten des allgemeinmedizinischen Behandlungsbereichs: Mittwoch und Freitag: 14 bis 19 Uhr; Wochenende, Feiertage, Brückentage: 9 bis 19 Uhr; Öffnungszeiten des kinderärztlichen Behandlungsbereichs: Wochenende, Feiertage, Brückentage: 9 bis 13 Uhr). Die zweite Portalpraxis ist auf dem Areal des Kreiskrankenhauses in Rodewisch, Stiftstraße 10, eingerichtet. Der Zugang erfolgt über den Haupteingang (Öffnungszeiten: Wochenende, Feiertage, Brückentage: 9 bis 13 Uhr).

Welche Ärzte übernehmen die Notdienste in den Portalpraxen?

Alle vertragsärztlich tätigen Ärzte und Medizinischen Versorgungszentren sind nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) zur Teilnahme am allgemeinärztlichen Bereitschaftsdienst verpflichtet. In einigen Fällen gibt es noch gesonderte Notdienste von Fachärzten - etwa bei erkrankten Kindern. Letztere werden zentral für das Vogtland in der Plauener Bereitschaftspraxis behandelt.

Wer ist neben den Ärzten noch in der Portalpraxis im Einsatz?

Neben den diensthabenden Medizinern gibt es einen nichtärztlichen Mitarbeiterpool mit Teilzeitkräften und geringfügig Beschäftigten.

Wer entscheidet, welche Portalpraxis ich aufsuche?

"Dem Patienten steht es grundsätzlich frei, welchen Arzt er für eine Behandlung im Bedarfsfall aufsucht", erklärt André Reiche von der KVS. Patienten unter 18 Jahren sollten - soweit verfügbar - auf den kinderärztlichen Bereitschaftsdienst zurückgreifen.

Was gilt, wenn ich nicht mobil bin?

Bei Patienten, welche die Bereitschaftspraxen nicht aufsuchen können, ist ein Hausbesuch möglich. Die Vermittlung erfolgt über die Rufnummer 116 117.

Wie sind diese Hausbesuche organisiert?

Im Bereitschaftsdienstbereich Plauen, Stadt/Vogtlandkreis, sind laut KVS je nach Tag und Uhrzeit bis zu drei Fahrzeuge mit je einem Arzt im Einsatz. Es gibt jeweils einen eigenen Fahrer. Diese verfügen über eine medizinische Ausbildung, etwa Rettungssanitäter.

Nachts haben die Portalpraxen geschlossen. An wen wende ich mich dann im Fall nicht-lebensbedrohlicher Erkrankungen?

Erkrankte sollten dann den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter Ruf 116 117 kontaktieren. "Bei lebensbedrohlichen Symptomen, zum Beispiel Bewusstlosigkeit, akuten Blutungen, starken Herzbeschwerden, schweren Störungen des Atemsystems, Komplikationen in der Schwangerschaft und Vergiftungen, ist jedoch der Rettungsdienst unter der Rufnummer 112 zuständig", so KVS-Sprecher André Reiche.

Wer trägt die Kosten für die Portalpraxen?

Die Finanzierung des Bereitschaftsdienstes erfolgt aus allgemeinen Umlagen aus der Vergütung aller vertragsärztlich tätigen Ärzte und Einrichtungen, erklärt die KVS. (nd)

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