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So kämpft die Stadt Plauen gegen illegale Schmierereien

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Illegale Graffiti sind in Plauen seit vielen Jahren ein Problem. Zwar sinken die Zahlen leicht, aber weiterhin werden nur wenige Fälle der Sachbeschädigungen aufgeklärt. Mit einem Präventionsprogramm wird seit einem Jahr versucht, gegen das Problem anzusteuern.

Plauen.

Fast 2600 Anzeigen wegen Sachbeschädigungen durch Graffiti hat die Polizeidirektion Zwickau in den vergangenen zehn Jahren in Plauen aufgenommen. Nur ein Viertel davon gelten als aufgeklärt. Anwohner klagen fortwährend über die Schmierereien in der Stadt. Das Rathaus versucht, durch Prävention gegenzusteuern.

Im vergangenen Jahr wurden in Plauen 217 Graffiti angezeigt. Auch wenn diese Zahl etwas unter der des Vorjahres liegt, ist das für Frank Zabel kein Grund, sich zurückzulehnen. Der Koordinator des Kommunalen Präventionsrates beschäftigt sich seit dem vergangenem Jahr intensiv mit illegalen Schmierereien und hat an der Strategie dagegen mitgewirkt. In deren Zentrum steht das Bereitstellen legaler Flächen zum Sprühen. Die Lust zum Graffiti soll damit zu Objekten hin gelenkt werden, die eine Verschönerung durch Sprühkunst vertragen - und weg von privatem Eigentum in der Stadt. Mehr als 200 Flächen stellte der Präventionsrat im August zur Verfügung. Einen großen Teil dieser Zahl machen Verteilerkästen im Stadtgebiet aus, die seitdem gemäß eines Nutzungskodex besprüht werden dürfen. Die größte Fläche bietet eine Betonwand am Städtischen Bauhof. Sie ist 100 Meter lang und zwei Meter hoch.

Trotz dieser Bemühungen gibt es weiter Beschwerden über Schmierereien im gesamten Stadtgebiet. Jüngste Fälle spielten sich im Zentrum zwischen Eugen-Fritsch- und Julius-Fucik-Straße ab. Dort wurden wiederholt Wohnhäuser besprüht. Anwohner berichteten, dass - noch während die Gerüste der Malerfirma standen - Graffiti angebracht wurden.

Sebastian Kunz-Seedler, dessen Firma eines der betroffenen Häuser verwaltet, sagt, dass er durchschnittlich zweimal im Jahr eine Graffiti-Entfernung beauftragen muss. Sein Unternehmen verwalte Häuser in ganz Sachsen und in Plauen scheine ihm das Graffitiproblem am Größten zu sein.

Auch ein Spielplatz im Stadtteil Preißelpöhl ist wiederholt von illegalen Graffiti und Vandalismus betroffen. Koordinator Frank Zabel ruft dazu auf, die Fälle im Mängelmelder der Stadt einzugeben: "Wir haben zwar unsere Streifentätigkeit erhöht, aber wir können unmöglich alles sehen." Er schätzt die Dunkelziffer gesprühter Sachbeschädigungen als sehr hoch ein.

Maßnahmen, die jeder Hausbesitzer vorbeugend gegen illegalen Schmierereien unternehmen kann gibt es aber auch. Zabel empfiehlt, Hauswände bewachsen zu lassen oder farbig zu streichen: "Sprayer mögen große weiße Flächen." Außerdem sei es nützlich, raue Oberflächen zu schaffen, "weil die deutlich mehr Farbe schlucken", sagt der Experte.

Um die niedrige Aufklärungsquote zu erhöhen, gehen andere Städte auch andere Wege: Mit einer Belohnung für Hinweise auf Sprayer konnte beispielsweise die Stadt Glauchau jeden zweiten Schmierfinken überführen. Das gehört derzeit aber nicht zum Ansatz in der Spitzenstadt. Im vergangenen Jahr wurden dort beim Kommunalen Präventionsrat 37 illegale Graffiti gemeldet. Da eine Meldung und Anzeige aber nur etwas nützt, wenn sich die Schmiererei dann auf einem städtischen Areal befindet oder der Eigentümer eine Versicherung hat, schätzt Frank Zabel, dass die Dunkelziffer doppelt oder dreimal so hoch liegt. Das liege auch daran, dass sich die Täterermittlung sehr schwierig gestaltet: "Wenn in einem Straßenzug zehnmal der gleiche Tag verwendet wird und man einen Sprayer erwischt, wie er diesen gerade sprüht, heißt dass noch nicht, dass man ihm alle zehn Delikte anlasten kann", so Zabel. Ein Tag ist eine Art Signatur der Sprayer mit hohem Wiedererkennungswert. Vor Gericht sei aber nur verwertbar, was unmittelbar die Tat beweist. So zum Beispiel Zeugenaussagen oder Videoaufnahmen. Letzteres gestalte sich aus Gründen des Datenschutzes kompliziert und komme daher nur selten zum Einsatz.

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