Zukunft der Mundarttage: Erzgebirger als Retter?

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Veranstalter im Vogtland greifen eine alte Idee auf und diskutieren sie neu

Arnoldsgrün/Zwota.

Ob die 2005 ins Leben gerufenen, in diesem Jahr aber coronabedingt ausgefallenen Vogtländischen Mundarttage überhaupt eine Fortsetzung finden werden, ist unklar. Das ist das Ergebnis einer Beratung der Autoren, die am Samstag in Zwota stattfand. "Allein die Frage, was in nächster Zeit an Schulen möglich ist, kann derzeit niemand beantworten", konstatierte Doris Wildgrube, Leiterin des Arbeitskreises, der die Mundarttage organisiert und betreut. Projekte und Veranstaltungen an Schulen waren über Jahre ein wichtiger Programmteil der Mundarttage.

Mit Irene Kasselmann aus Auerbach sowie Inge Jehring und Elfriede Röhlig aus Klingenthal sind 2020 drei namhafte Autorinnen verstorben. Junge Autoren, die sich mit der Mundartpflege beschäftigen, gibt es im Vogtland anscheinend nicht. Diskutiert wird deshalb auch eine Zusammenarbeit mit dem Erzgebirge. An diesem Wochenende finden in Geising die 14. Erzgebirgischen Mundarttage statt. Die dortige Literaturszene wird über den Erzgebirgskreis und die Villa Baldauf im Marienberg gefördert. Es gibt einen Kammweg-Literaturförderpreis für Kurzgeschichten in Hochdeutsch oder erzgebirgischer Mundart, ebenso einen Nachwuchswettbewerb, der in diesem Jahr die 12. Auflage erlebte.

Allerdings war die Zusammen- arbeit in der Vergangenheit wenig erfolgreich. Im November werden es 65 Jahre, dass sich in Schneeberg eine Arbeitsgruppe zur Pflege erzgebirgischer und vogtländischer Mundart gründete, in der Ilse Jahreis aus Reichenbach und Friedrich Barthel aus Falkenstein das Vogtland vertraten.

"Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr überhaupt noch einmal mit Veranstaltungen an die Öffentlichkeit treten können", sagt Doris Wildgrube. Geplant ist am 2. Oktober mit Unterstützung des Freilichtmuseums Eubabrunn und unter Leitung der Natur- und Landschaftsführerin Marina Gerstner eine Wanderung "Im Mundart-Schritt um Erlbach". Am 17. Oktober will Jörg Fiegge in der Arnoldsgrüner Kirche bisher nicht veröffentlichte Texte aus der Markneukirchner Gläsel-Chronik lesen.

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